Francine Jordi: „Wir können unendlich viel von Tieren lernen!“
Ein sonniger Nachmittag auf Gut Aiderbichl in Henndorf bei Salzburg bildet die Kulisse für ein besonderes Treffen. Die Schweizer Schlagersängerin, Komponistin und ehemalige „Silvestershow“-Moderatorin Francine Jordi (48) verbringt Zeit im Tierrefugium und teilt im exklusiven Interview tiefgründige Einsichten über Mitgefühl, persönliches Wachstum und ihr Leben nach der Brustkrebs-Diagnose.
Harmonie von Vierbeinern und eine Botschaft der Akzeptanz
Lachend nimmt Jordi ein frei laufendes Huhn und einen dreibeinigen Hasen auf den Arm, streichelt Ponys, Alpakas und Pferde. „Die Tiere geben so viel Harmonie ab“, schwärmt die Künstlerin. Besonders faszinieren sie die Rollstuhlhunde, deren Schicksale sie bewegen. „Wir sehen da immer sofort Mitleid und leiden mit ihnen mit. Die Tiere selbst sehen sich nicht, als wären sie nicht normal. Für sie ist es einfach 'so, wie es ist‘“, erklärt Jordi.
Diese Haltung sei beispielhaft: „Wir können ganz viel von den Tieren lernen! Mitgefühl ist wichtig, mit Mitleid ist niemandem geholfen. Jeden so zu nehmen, wie er ist – und vor allem sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist, mit all seinen Stärken und Schwächen!“ Diese Philosophie spiegelt sich auch in ihrer neuen Single „Mutmacher-Song – Viele Wären Gern Wie Du“ wider, die am 10. April 2026 erschienen ist.
Herausforderungen der digitalen Welt und persönliche Schwächen
Jordi kritisiert den Trend zum ständigen Vergleich in sozialen Medien: „In der digitalen Welt wird Überperfektion gelebt und auch die Prominenten zeigen dort nur ihre Sonnenseite. So kommen Menschen ganz schnell in diese Minderwertigkeit.“ Dabei zweifelten gerade die vermeintlich Perfekten an sich selbst.
Auf die Frage nach eigenen Schwächen antwortet die Sängerin offen: „Meine Ungeduld! Wenn ich etwas möchte, dann will ich das sofort umsetzen.“ Zudem beschreibt sie sich als extrem loyal, was manchmal zur Schwäche werde, und nennt ihren ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.
Leben im Hier und Jetzt nach der Krebserkrankung
2017 wurde bei Francine Jordi Brustkrebs diagnostiziert. Nach erfolgreicher Tumoroperation folgten Chemotherapie und Bestrahlung. „Gut!“, antwortet sie auf die Frage nach ihrem heutigen Befinden. Die Erkrankung habe sie gelehrt: „Bei allen Tiefschlägen hat man die Möglichkeit, liegen zu bleiben oder über sich selbst hinauszuwachsen und unglaubliche Kräfte in sich selbst zu entdecken.“
Diese Einstellung bezieht sie auch auf den Tod ihres Labradors Theo im letzten Herbst: „Von ihm habe ich unter anderem Gelassenheit gelernt und er hat mir gezeigt, was es heißt, bedingungslos zu lieben.“ Jetzt begleitet sie ihre Maltipoo-Dame Liseli, die sie scherzhaft als ihre Fitnesstrainerin bezeichnet.
Spirituelle Überzeugungen und die Suche nach Glück
Jordi bezeichnet sich als gläubigen Menschen, egal ob man es Gott, Universum oder Buddha nenne: „Es gibt eine höhere Energie, die uns auch die Möglichkeit gibt, das Beste aus unserem Leben zu machen.“ Allerdings betont sie: „Wir Menschen tragen selber die Verantwortung.“
Die Vorstellung, eine dauerhafte Mitte zu finden, verneint sie lachend: „Immer, wenn man denkt, so, das fühlt sich jetzt hervorragend an in meinem Leben, dann denkt sich das Leben: Ja, aber wenn dir jetzt so wohl ist, dann öffne doch die nächste Tür.“ Für sie bedeute Glück nicht, keine Probleme zu haben, sondern „dass man alle Sorgen und all die Zweifel meistern und damit umgehen – und dann noch Freude empfinden kann.“
Privates Leben und Zukunftsperspektiven
Zurzeit ist Francine Jordi Single und hat klare Vorstellungen von einer Partnerschaft: „Ich möchte eine Partnerschaft mit einem Mann, wo man das Glück zusammen teilt und nicht das Drama.“ Kinder seien für sie nie ein Thema gewesen, stattdessen pflegt sie tiefe Freundschaften, einige seit Schulzeiten.
Ihr Resümee des Besuchs auf Gut Aiderbichl fasst ihre Kernbotschaft zusammen: „Wir können unendlich viel von Tieren lernen, sie geben Sicherheit und Wärme, das sollten wir im Kollektiv wieder an die Menschen in unserem Umfeld weitergeben!“ In einer von Krisen geprägten Welt betont sie: „Diese Probleme können wir nur gemeinsam lösen, jeder Mensch, so wie er sein Leben lebt, ist wichtig.“



