Nach Stuhl-Wurf in Stuttgart: Undav übt Kritik an Fans – DFB-Strafe droht
Stuhl-Wurf in Stuttgart: Undav kritisiert Fans, DFB-Strafe droht

Emotionen kochen hoch: Stuhl-Wurf in Stuttgart nach BVB-Niederlage

Frustrierte Fans und enttäuschte Fußballer prallten in der MHPArena aufeinander. Beim späten 0:2 des VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund entluden sich in der Nachspielzeit die aufgestauten Emotionen in einer unschönen Szene. Nachdem BVB-Star Karim Adeyemi sein Tor mit einer provokativen Geste vor der VfB-Kurve gefeiert hatte, eskalierte die Situation.

Security im Einsatz: Fans drücken gegen Werbebande

Einige erboste Anhänger versuchten, den Innenraum zu stürmen und drückten bereits heftig gegen die Werbebande am Spielfeldrand. Die Security-Kräfte hatten alle Hände voll zu tun, um die aufgeheizte Fan-Meute zurückzudrängen. Neben zahlreichen Bierbechern flog sogar ein Plastikstuhl auf den Rasen – ein Bild, das Trainer Sebastian Hoeneß missfiel.

„Die Emotionen sind hochgekocht“, analysierte Hoeneß die Situation. „Es waren zuletzt immer heiße Duelle, für uns und für die Fans. Wir hatten das Gefühl, dass etwas zu lange bei uns in der Kurve gejubelt wurde. Das war wohl der Auslöser.“ Trotz des Verständnisses für die Leidenschaft betonte der Trainer: „Trotzdem muss ich ganz klar sagen, dass mir die Bilder nicht gefallen haben. Es war so laut, so knisternd im Stadion. Das ist das, was bleiben muss. Und nicht die Bilder, die es stattdessen gab.“

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Undavs klare Botschaft: „Verlieren mit Anstand“

Diese Meinung teilt offenbar auch Stuttgarts Top-Stürmer Deniz Undav. Nach dem Abpfiff suchte der 29-Jährige das Gespräch mit den Fans in der Kurve und übte deutliche Kritik. Seine Botschaft lautete: Der VfB verliert mit Anstand, Stühlewerfen geht gar nicht! Diese Ansage soll Undav insbesondere den Capos der Ultra-Gruppen mit auf den Weg gegeben haben.

In der Mixed Zone wollte der Angreifer allerdings nicht mehr viel zu dem Vorfall sagen. Auf Nachfragen rief er nur: „Es ist alles entspannt mit den Fans“ – und verschwand schnell im Aufzug zur Players Lounge. Eine knappe Aussage, die jedoch viel Interpretationsspielraum lässt.

DFB-Sportgericht könnte Geldstrafe verhängen

Abwehrchef Jeff Chabot zeigte Verständnis für die Emotionen: „Ich verstehe den Unmut der Fans aufgrund des Jubels. Sie haben nach dem Spiel nochmal ihren Frust rausgelassen, das war ein emotionales Gespräch. Jetzt ist aber wieder alles okay.“

Dennoch dürfte die Aktion mit dem Stuhl-Wurf für den VfB Stuttgart noch ein juristisches Nachspiel haben. Für „unsportliches Verhalten“ der Fans sieht der Strafenkatalog des DFB-Sportgerichts in der Regel eine Geldstrafe vor. Die Höhe der möglichen Sanktion wird nun geprüft.

Die Ereignisse werfen Fragen auf:

  • Wie geht der Verein mit den aufgebrachten Fans um?
  • Wird es interne Konsequenzen geben?
  • Wie wirkt sich dies auf die Stimmung vor den kommenden Spielen aus?

Eins steht fest: Die Leidenschaft im deutschen Fußball ist ungebrochen, doch die Grenze zwischen emotionaler Unterstützung und unangemessenem Verhalten wurde in Stuttgart deutlich überschritten.

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