Die DDR-Fußballlegende Gerd Kische wird in seiner Heimatstadt Teterow nicht zum Ehrenbürger ernannt. Die Stadtvertreter lehnten dies am Donnerstagabend in einer nichtöffentlichen Sitzung mehrheitlich ab. Bürgervorsteher Christian Wolter (AfD) informierte am Freitag über das Ergebnis. Laut dem Nordkurier gab es im nichtöffentlichen Teil eine lange, emotionsgeladene Diskussion über Kische. Die Gründe für die Ablehnung wollte Wolter nicht nennen.
Geheime Abstimmung nach Personalerklärung
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Oliver Nawotke beantragte, den Beschluss zur Ehrenbürgerschaft als Personalangelegenheit zu behandeln. Damit wurde die Abstimmung in den geschlossenen Sitzungsteil verschoben. Nawotke begründete dies mit der Notwendigkeit, über einzelne Personen zu sprechen.
Der Vorschlag zur Ehrung Kisches stammte von den Fraktionen der AfD, „Die Teterower“ und UTF. Diese drei Fraktionen verfügen eigentlich mit elf von 21 Stimmen über die Mehrheit, doch die Abwesenheit von Thomas Gütschow (Die Teterower) verhinderte dies.
Scharfe Kritik an Diskussionskultur
AfD-Fraktionschef Mathias Schmitus bezeichnete die Diskussion über Kische als „beschämend“. Er warf CDU- und SPD-Abgeordneten vor, mit „Falschbehauptungen und Verleumdungen“ argumentiert zu haben, die „teilweise menschenverachtend und unter die Gürtellinie“ gewesen seien.
Gerd Kische gewann 1976 mit der DDR-Olympiaauswahl in Montreal die Goldmedaille. Die drei Fraktionen betonten, er sei der bislang einzige Olympiasieger der Stadt. Der 50. Jahrestag des Sieges sollte Anlass für die Auszeichnung sein. Kische, heute 74 Jahre alt, hätte die Ehrenbürgerschaft angenommen.
Schmitus kündigte an, sich bei Kische für die gescheiterte Ehrung zu entschuldigen: „Wir werden ihm sagen, dass es uns sehr leid tut und dass er für uns ein Sympathieheld bleibt.“



