Ex-PSG-Keeper Trapp: „Bayern ist wie ein unberechenbares Monster“
Trapp: Bayern wie ein unberechenbares Monster

Kevin Trapp wechselte 2025 von Eintracht Frankfurt zum Paris FC. Mit dem Aufsteiger steht der ehemalige Nationalkeeper im gesicherten Mittelfeld. Von 2015 bis 2019 stand der Torhüter bereits bei Paris St-Germain unter Vertrag und wurde dort unter anderem zweimal französischer Meister. Der Torhüter spricht über das Duell des Rekordmeisters gegen PSG, seinen neuen Klub Paris FC und die Überzeugungskraft von Jürgen Klopp.

Der Weg zur Nummer eins beim Paris FC

SPORT BILD: Herr Trapp, Sie kamen im Sommer 2025 von Eintracht Frankfurt als Nummer zwei zum Paris FC. Inzwischen sind Sie Stammtorhüter und wurden mehrmals als „Man of the Match“ ausgezeichnet. Wie haben Sie sich durchgesetzt?

Kevin Trapp (35): Die Gespräche mit dem Coach waren von Anfang an sehr ehrlich. Sie brauchten einen Torhüter mit Erfahrung, weil sie mit Obed Nkambadio einen jungen Torhüter haben, der mit ihnen aufgestiegen ist. Es war klar, dass er die Saison beginnt und das Vertrauen bekommt. Die Tür für mich war aber nie zu, die Rollen waren nicht in Stein gemeißelt. Darum habe ich die Challenge angenommen. Im Laufe der Hinrunde, als wir im Abstiegskampf steckten, wurde ich eingewechselt. Ende November, Anfang Dezember kam der finale Torhüter-Tausch. Ich habe Geduld bewiesen und viel investiert. Umso mehr freut es mich, dass es geklappt hat.

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Die Rolle von Jürgen Klopp und Mario Gomez

Der Red-Bull-Konzern liefert dem Paris FC die sportliche Expertise. Wie viel hatten Mario Gomez und Jürgen Klopp mit Ihrem Wechsel zu tun?

Tatsächlich habe ich zunächst überwiegend mit Mario gesprochen. Es waren sehr klare, zielführende Gespräche. Dann kam, einen Tag vor meiner Unterschrift, auch Jürgen Klopp hinzu. Es war zu dem Zeitpunkt noch nicht alles klar. Jeder, der es schon erleben durfte, weiß, welche Kraft Klopps Worte haben, wenn er mit dir spricht. Die Hauptgespräche waren aber mit dem damaligen Sportdirektor und Trainer.

Mode und Model-Gerüchte

Sie sind sehr modebewusst. Bei Ihrem Wechsel gab es Gerüchte, Sie würden für Louis Vuitton als Model verpflichtet.

(lacht) Nein! Ich weiß gar nicht, was da alles geschrieben wurde. Ich bin Fußballer, kein Model. Mein Fokus liegt klar auf dem Fußball. Ich mag es, mich gut zu kleiden, das ist kein Geheimnis. Mich haben schon immer die Lebensläufe bestimmter Designer begeistert. Ich habe eine eigene kleine Mode-Linie. Aber mehr ist es nicht.

Rivalität zwischen Paris FC und PSG

Sie haben für beide Pariser Klubs gespielt. Gibt es eine echte Rivalität?

Bevor ich herkam, habe ich mich in die Geschichte der beiden Vereine eingelesen. Früher waren sie ein Verein, bevor sie sich aufgespalten haben. Zunächst war PSG unterklassiger, dann hat sich das Kräfteverhältnis verschoben. Eine Rivalität gibt es noch nicht. Viele Fans unterstützen sogar beide Vereine. Es wird spannend am letzten Spieltag, wenn wir gegen PSG spielen, welches Publikum wir haben.

Nationalmannschaft

Liebenäugeln Sie nach Ihren guten Leistungen mit einer Nominierung für die Nationalmannschaft?

Ich kenne Julian Nagelsmann, Andreas Kronenberg und das Team gut. Ich bin Fan der Nationalmannschaft. Ich werde keine großen Töne von mir geben. Ich will nichts lautstark fordern. Davor habe ich zu viel Respekt. Ich habe hier eine Verantwortung gegenüber dem Paris FC. Sollte Bedarf bestehen, wäre ich sofort mit absolutem Commitment dabei. Aber Julian und sein Team werden eine schlagkräftige Truppe für die WM nominieren.

Bayern gegen PSG

Wem drücken Sie im Halbfinal-Rückspiel die Daumen?

Das Hinspiel war eines der verrücktesten Spiele, die ich je gesehen habe. Man dachte nach den Viertelfinals der Bayern gegen Real Madrid, dass die Dramatik nicht zu toppen wäre. Aber das Hinspiel war ein Match, das für lange Zeit in den Geschichtsbüchern bleibt. Ich traue mir keine Prognose zu. Eigentlich sehe ich Paris vorne, aber die Bayern sind wie ein unberechenbares Monster, das alles auffressen kann.

Blick auf Eintracht Frankfurt

Wie sehen Sie Ihre Eintracht?

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Ich verfolge, was in Frankfurt passiert. Die Erwartungen wurden nach den vergangenen Jahren sehr hoch gelegt. Seit 2019 ging es nur bergauf. Dass es mal ein Jahr gibt, in dem es ruckelt, muss erlaubt sein. Frankfurt kann mit seinen Möglichkeiten nicht konstant nur erfolgreich sein. Viele Spieler wurden für viel Geld verkauft. Den Neuzugängen muss man Zeit geben. Frankfurt hat ein emotionales Umfeld. Ich habe kürzlich mit Leuten im Klub gesprochen und sage: Am Ende qualifiziert sich die Eintracht für Europa. Und das ist ein Erfolg.