Trump rät Iran zur WM-Absage: Sicherheitsbedenken und politische Spannungen
Trump rät Iran zur WM-Absage wegen Sicherheitsbedenken

Trump warnt Iran vor WM-Teilnahme in Nordamerika

US-Präsident Donald Trump hat der iranischen Fußballnationalmannschaft öffentlich vom Antritt bei der anstehenden Weltmeisterschaft in Nordamerika abgeraten. Auf seiner Onlineplattform Truth Social begründete er diesen Schritt am Donnerstag mit ernsten Bedenken um die "Leben und Sicherheit" der Spieler. Diese Aussage markiert eine deutliche Kehrtwende, nachdem Trump noch vor wenigen Tagen über FIFA-Präsident Gianni Infantino verkündet hatte, die iranischen Fußballer seien in den USA "natürlich willkommen".

Zwiespältige Botschaften aus Washington

In einer späteren Erklärung auf derselben Plattform betonte Trump zwar, dass die WM "das großartigste und sicherste Sportereignis in der Geschichte der Vereinigten Staaten" werden würde. Dennoch hielt er an seiner Empfehlung für den iranischen Verzicht fest: "Ich glaube wirklich nicht, dass es angemessen ist – wegen ihres eigenen Lebens und ihrer Sicherheit." Der US-Präsident, der als enger Vertrauter von FIFA-Chef Infantino gilt und von diesem erst kürzlich mit dem neu geschaffenen FIFA-Friedenspreis ausgezeichnet wurde, sendet damit widersprüchliche Signale in eine bereits hoch angespannte politische Lage.

Scharfe Reaktion aus Teheran

Der iranische Fußballverband ließ nicht lange auf eine Antwort warten. In einer am späten Donnerstagabend veröffentlichten Stellungnahme hieß es unmissverständlich: "Wenn irgendjemand ausgeschlossen werden sollte, dann ein Gastgeber, der die Sicherheit der teilnehmenden Mannschaften nicht garantieren kann." Weiter wurde betont, dass bei der Weltmeisterschaft ausschließlich der Weltfußballverband FIFA das Sagen habe und nicht einzelne Gastgeberländer. Die drei Vorrundenspiele der iranischen Mannschaft sind für die US-Westküstenmetropolen Los Angeles und Seattle geplant.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Eskalation des politischen Konflikts

Hintergrund der angespannten Situation ist der seit Ende Februar andauernde Irankrieg, den die USA und Israel mit Luftangriffen eröffneten. Bereits am ersten Kriegstag kamen der oberste iranische Führer Ajatollah Ali Khamenei sowie weitere Mitglieder der politischen Elite ums Leben. Teheran reagierte seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf israelisches Territorium sowie auf US-Einrichtungen und mehrere Golfstaaten in der Region.

Wachsende Anzeichen für iranischen Boykott

Aus dem Iran selbst mehren sich die Signale, die auf einen WM-Verzicht hindeuten:

  • Sportminister Ahmad Donjamali erklärte in einem Fernsehinterview: "Da diese korrupte Regierung unseren Führer ermordet hat, haben wir unter allen Umständen keine Bedingungen, um an der Weltmeisterschaft teilzunehmen."
  • Der Umstand, dass sechs iranische Fußballerinnen und eine Betreuerin nach dem Ausscheiden beim Asien-Cup in Australien Asyl gewährt wurde, liefert dem Verband zusätzliche Argumente.
  • Irans Fußball-Verbandspräsident Mehdi Tadsch fragte rhetorisch: "Welcher vernünftige Mensch würde seine Nationalmannschaft in die USA schicken, wenn es bei der WM genauso politisch zugehen sollte wie in Australien?"

Offiziell hat Teheran bisher keine endgültige Entscheidung über eine WM-Teilnahme getroffen, doch die politischen Fronten haben sich deutlich verhärtet. Die gemeinsame Ausrichtung der Weltmeisterschaft durch die USA, Kanada und Mexiko ab dem 11. Juni steht unter einem zunehmend dunklen Schatten geopolitischer Spannungen, die nun auch den Sport erreicht haben.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration