TSG Neustrelitz II erlebt in Stavenhagen einen unerklärlichen Leistungseinbruch
Für die zweite Mannschaft der TSG Neustrelitz endete der Ausflug in der Fußball-Landesliga Ost zu Kickers JuS 03 in Stavenhagen mit einer bitteren 1:3-Niederlage. Was in der ersten Halbzeit noch nach einem souveränen Auswärtssieg aussah, entwickelte sich nach der Pause zu einer enttäuschenden Leistung, die Trainer André Schröder sprachlos zurückließ.
Starker Start und verdiente Führung
Die Neustrelitzer starteten kontrolliert in die Partie und übernahmen früh das Kommando auf dem Platz. Mit einem Ballbesitz von phasenweise bis zu 80 Prozent bestimmten sie das Spielgeschehen, ließen sowohl den Ball als auch den Gegner laufen und suchten geduldig nach Lücken in der kompakten Defensive der Gastgeber aus Stavenhagen.
In der 39. Minute setzte Dominik Teller auf der linken Seite zu einem starken Solo an, ließ mehrere Gegenspieler stehen und bediente Eric Schultz mustergültig. Dieser ließ sich die Chance nicht entgehen und traf präzise ins lange Eck zur 1:0-Führung für die TSG Neustrelitz II. Eine insgesamt verdiente Pausenführung für die Gäste, die das Spiel bis dahin klar im Griff hatten und mit viel Tempo agierten.
Unerklärlicher Bruch nach der Halbzeitpause
Nach dem Seitenwechsel folgte jedoch ein unerklärlicher Bruch im Spiel der Neustrelitzer. Die Mannschaft kam schläfrig aus der Kabine und wurde dafür umgehend bestraft. Bereits in der 47. Minute musste man nach einer Ecke den Ausgleich hinnehmen, als Clemens Eutin völlig frei stehend einköpfen konnte.
„Es gibt eine genaue Zuordnung bei uns, wenn eine gegnerische Ecke ansteht. Doch plötzlich stehen da zwei bis drei gegnerische Spieler frei. Das war eine Katastrophe“, ärgerte sich Trainer André Schröder über die defensive Schwäche seiner Mannschaft.
Kontrollverlust und endgültige Entscheidung
Nur wenige Minuten später war die Partie komplett gedreht: In der 50. Minute nutzten die Gastgeber erneut eine Unaufmerksamkeit in der Defensive, und Kimi Hartwig schob zur 2:1-Führung für die Kickers ein. „Ich kenne ja Kimi noch aus Neubrandenburger Zeiten. Er ist technisch versiert, aber kein Laufwunder. Und da joggen unsere Abwehrspieler ihm einfach als ‚Begleitschutz‛ hinterher, anstatt ihm das Leder abzunehmen“, kritisierte Schröder das defensive Agieren nach dem Ballverlust.
Innerhalb kürzester Zeit hatte die TSG die Kontrolle aus der Hand gegeben. Stattdessen setzten die Gastgeber die gefährlicheren Akzente. In der 84. Minute fiel schließlich die Entscheidung: Nach einem schnellen Angriff behielt Paul Elberg die Nerven, umkurvte den Torhüter und erzielte das 3:1.
Trainer-Analyse: Vom D-Zug zum Bummelzug
TSG-Torhüter Ricco Förster verhinderte mit einer starken Parade in der Schlussphase noch einen höheren Rückstand, konnte die Niederlage aber nicht mehr abwenden. Trainer André Schröder fand für die katastrophale Leistung seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit keine Erklärung.
„Ich kann mir das bis heute nicht erklären. In der ersten Hälfte haben wir im D-Zug-Tempo gespielt. Ab der 46. Minute meinten dann unsere Spieler, mit dem Bummelzug inklusive Schlafwagen zum Erfolg zu kommen. Mit Fußball hatte das dann nicht mehr viel zu tun“, haderte Schröder mit dem Leistungsabfall seiner Mannschaft.
Der Trainer fasste die enttäuschende Leistung zusammen: „Dieser Stachel sitzt tief. Man kann ein Spiel verlieren, aber nicht in dieser Art und Weise, wie wir in der zweiten Halbzeit agiert haben.“ Die TSG Neustrelitz II muss nun die Lehren aus dieser Niederlage ziehen und in den kommenden Spielen wieder konstantere Leistungen zeigen.



