Deniz Undav erlöst DFB-Team mit spätem Siegtreffer gegen Ghana
Undav erlöst DFB-Team mit spätem Siegtreffer

Undav erlöst DFB-Team mit spätem Siegtreffer gegen Ghana

Deutschland hat sich im letzten Testspiel vor der Bekanntgabe des WM-Kaders einen mühevollen, aber verdienten Sieg erkämpft. Die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann setzte sich in Stuttgart mit 2:1 (1:0) gegen Ghana durch und feierte damit den zweiten Sieg binnen drei Tagen.

Dominanter Auftritt mit Verbesserungen

Die Zuschauer in Stuttgart sahen einen dominanten Auftritt der deutschen Mannschaft, die nach dem wilden 4:3 gegen die Schweiz eine deutlich verbesserte Defensive zeigte. Besonders bemerkenswert war die Leistung in der Abwehr, auch wenn bei Weitem noch nicht alles perfekt funktionieren wollte.

Deutschland startete stark in die Partie und setzte die Abwehr der Ghanaer von Beginn an unter Druck. Ein vermeintlicher Treffer von Florian Wirtz wurde wegen Abseitsstellung zurückgepfiffen, bevor Kai Havertz mit einem verwandelten Strafstoß in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit den Dosenöffner erzielte.

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Brisanter Elfmeterpfiff mit Vorgeschichte

Hinter dem Elfmeterpfiff für das DFB-Team verbarg sich eine gewisse Brisanz. Wolfsburg-Verteidiger Jonas Adjetey hatte den Ball nach einem Torschuss von Angelo Stiller an den rechten Arm bekommen. Nach VAR-Eingriff und Ansicht der Bilder entschied Schiedsrichter Stuart Atwell auf Handelfmeter.

Ausgerechnet Atwell war es, der bei der Heim-EM 2024 im Viertelfinale gegen den späteren Europameister Spanien eine fragwürdige Entscheidung gegen Deutschland getroffen hatte. Damals hatte ein Handspiel des Spaniers Marc Cucurella im eigenen Strafraum nach einem Torschuss von Jamal Musiala für großen Ärger gesorgt.

Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte diese Entscheidung damals als „Wahnsinn“ bezeichnet und deutlich kritisiert: „Dass es dann keinen Elfmeter gibt – das kann ich nicht akzeptieren.“ Der frühere DFB-Kapitän Michael Ballack hatte sogar noch deutlicher formuliert: „Ein klareres Handspiel gibt es nicht mehr im Fußball.“

Undav als matchwinner

Deniz Undav, der zunächst zum Zuschauen verdammt war, wurde mit Wiederanpfiff der zweiten Halbzeit eingewechselt. Er kam im Rahmen eines Dreifachwechsels für Serge Gnabry in die Partie und wurde unter tosendem Applaus von den Fans in Stuttgart begrüßt. Diese hatten bereits zuvor mit „Undav“-Sprechchören auf sich aufmerksam gemacht.

Nach einer guten Stunde brachte Nagelsmann nochmal frisches Personal. David Raum, Chris Führich, Leon Goretzka und Josha Vagnoman kamen aufs Feld, während Startelfdebütant Nathaniel Brown, Pascal Groß, Angelo Stiller und Florian Wirtz vorzeitig Feierabend machten.

Trotz drückender Überlegenheit der Deutschen glich der eingewechselte Issahaku Fatawu für Ghana in der 70. Minute aus. Unioner Derrick Köhn gab die Torvorlage zu diesem Ausgleichstreffer.

Emotionale Schlussphase

Der ehemalige VfB-Profi Nick Woltemade wurde in der Schlussphase ausgewechselt und von den Fans in Stuttgart vereinzelt mit Pfiffen verabschiedet. Für ihn kam Leroy Sané in die Partie.

Und es kam, wie es kommen musste: Kurz vor Schluss legte Sané für Deniz Undav auf, der geschickt einnetzte und damit die Fans in Stuttgart in Ekstase versetzte. In der 88. Minute sorgte der Stuttgarter Publikumsliebling mit seinem späten Siegtreffer für die entscheidende Wende.

Ausblick auf die WM-Vorbereitung

Am 12. Mai wird Bundestrainer Julian Nagelsmann den endgültigen WM-Kader für das Turnier im Sommer bekanntgeben. Vor dem großen Fußballereignis testet die DFB-Auswahl noch gegen Finnland am 31. Mai und gegen Gastgeber USA am 6. Juni.

Die Leistung gegen Ghana zeigte zwar Verbesserungen, besonders in der Defensive, machte aber auch deutlich, dass noch Arbeit vor dem WM-Turnier ansteht. Die Joker-Rolle von Deniz Undav könnte dabei eine wichtige strategische Option für Nagelsmann werden.

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