Union Berlin vor entscheidendem Auswärtsspiel in Heidenheim
Die Erinnerung an die bittere Niederlage in der Hinrunde ist beim 1. FC Union Berlin noch immer präsent. Zwei späte Gegentore in der 90. Minute und der fünften Minute der Nachspielzeit raubten den Berlinern damals einen vermeintlich sicheren Sieg gegen den 1. FC Heidenheim. Vor dem Rückspiel am Samstag warnt Linksverteidiger Derrick Köhn eindringlich vor der Mentalität des Tabellenletzten.
„Das Spiel ist nicht nach 90 Minuten zu Ende“
„Wir wissen genau, was auf uns zukommt“, betonte Köhn im Vorfeld der Partie. „Die Heidenheimer tun bis zur allerletzten Sekunde alles, um uns wehzutun. Das Spiel ist nicht einfach nach 90 regulären Minuten zu Ende. Es gibt immer noch die Nachspielzeit, in der alles passieren kann.“ Der Respekt vor dem seit 15 Spieltagen sieglosen, aber kämpferischen Team ist bei Union entsprechend groß. Köhn machte deutlich: „Das ist keineswegs ein Gegner, den man locker an die Wand spielen kann. Das haben wir in Berlin bereits schmerzhaft gespürt. Man fährt deshalb nicht entspannt nach Heidenheim.“
Dennoch hat der 1. FC Union Berlin ein klares Ziel vor Augen. Nach dem 1:1-Unentschieden gegen den FC St. Pauli am vergangenen Sonntag will das Team auch an der Brenz punkten, um dem angestrebten Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga einen Schritt näher zu kommen. Die historische Bilanz spricht allerdings nicht für die Berliner: In den bisherigen fünf Begegnungen in der höchsten deutschen Spielklasse gelang Union gegen Heidenheim noch kein einziger Sieg. Die Statistik weist ein Remis und vier Niederlagen aus.
Baumgart setzt auf Regeneration der Stammspieler
Angesichts der anstehenden Partie am Osterfest setzte Union-Trainer Steffen Baumgart am Dienstag auf ein spezielles Trainingskonzept. Während die Stammspieler zur Regeneration indoor trainierten, absolvierten lediglich die Reservisten eine Einheit auf dem Rasen. Positiv zu vermerken war die Rückkehr von Torhüter Matteo Raab. Der Keeper zeigte sich erstmals wieder nach seinem Bänderriss an der Hand, den er sich beim 1:0-Auswärtssieg in Freiburg Mitte März zugezogen hatte. Dennoch wird Stammtorwart Frederik Rönnow voraussichtlich auch in Heidenheim zwischen den Pfosten stehen.
Derrick Köhn selbst will seine jüngste positive Entwicklung fortsetzen. Nach seiner Vorlage zum Ausgleichstreffer gegen St. Pauli und seiner Torvorlage beim Länderspiel Ghanas gegen Deutschland (Endstand 1:2) strebt der 27-Jährige weitere Scorerpunkte an. Seine Leistungen könnten ihm dabei helfen, ein großes persönliches Ziel zu erreichen.
Köhn träumt von der Weltmeisterschaft mit Ghana
Die Zukunft im Nationalteam ist für den gebürtigen Hamburger nach der Trennung von Nationaltrainer Otto Addo, einem früheren Fürsprecher Köhns, zwar ungewiss. Doch der Union-Spieler blickt optimistisch nach vorn. „Ein neuer Trainer bedeutet natürlich auch eine neue Philosophie. Ich hoffe sehr, dass ich in den Kader für die anstehende Weltmeisterschaft berufen werde“, erklärte Köhn. Bis zum Sommer hat er sich klare Prioritäten gesetzt:
- Mit Union Berlin gute Spieltage absolvieren und wichtige Punkte holen.
- Den Klassenerhalt in der Bundesliga sicherstellen.
- Im Anschluss mit der ghanaischen Nationalmannschaft zur WM reisen.
Köhn zeigte sich beeindruckt von der Qualität im ghanaischen Team: „Es ist eine extrem hohe Spielstärke vorhanden, wir haben ein wirklich gutes Team.“ Ghana wurde in die Gruppe L der Weltmeisterschaft gelost und trifft dort auf England, Kroatien und Panama. „Bei einer Weltmeisterschaft ist grundsätzlich alles möglich“, so Köhn. „Ich hoffe auf einen guten Start und natürlich darauf, dass wir die Gruppenphase erfolgreich überstehen.“ Zunächst gilt jedoch die volle Konzentration dem Bundesliga-Kampf und dem wichtigen Duell gegen den 1. FC Heidenheim.



