Union-Frauen im Mittelfeld: Geschäftsführerin Zietz erklärt die Euphorie-Bremse
Union-Frauen im Mittelfeld: Zietz erklärt Euphorie-Bremse

Union-Frauen erleben erste Euphorie-Bremse nach Doppel-Aufstieg

Die erfolgsverwöhnten Bundesliga-Frauen des 1. FC Union erleben nach ihrem beeindruckenden Doppel-Aufstieg von der Regionalliga bis ins Oberhaus ihre erste deutliche Euphorie-Bremse. Statt des erhofften Angriffs auf die Tabellenspitze stecken die Eisernen aktuell im grauen Mittelfeld der Liga fest – und das trotz der nach eigener Einschätzung besten Rahmenbedingungen aller Mannschaften.

Tabellenplatz 9 und unerwartete Niederlage

Aktuell belegen die Union-Frauen den neunten Platz von vierzehn Mannschaften in der Bundesliga. Am vergangenen Sonntag patzten sie zudem in einem überraschenden Spiel gegen das Tabellenschlusslicht Carl Zeiss Jena mit 1:2. Diese Entwicklung steht in starkem Kontrast zu den ambitionierten Zielen, die Geschäftsführerin Jennifer Zietz (42) noch im Sommer formuliert hatte, als sie davon sprach, Union bald in der Champions League sehen zu wollen.

Im Gesamtpaket sei Union sogar besser aufgestellt als bei den Top-Klubs Wolfsburg und Bayern, wie Zietz gegenüber BILD betonte. Doch warum läuft es dann nicht wie gewünscht?

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Zietz: „Wir müssen kleine Schritte gehen“

„Wir kommen aus der Regionalliga, da ist es wichtig, dass wir kleine Schritte gehen“, erklärt die Union-Macherin. „Nur so können wir den Möglichkeiten gerecht werden, die wir dem Frauenfußball hier gegeben haben. Natürlich müssen auch die Spielerinnen und die Anforderungen auf Profilevel mitwachsen – das geht nicht von heute auf morgen.“

Trotz der aktuellen Schwierigkeiten hält Zietz an den langfristigen Zielen fest: „Ich glaube, wir sollten an unseren Zielen dennoch festhalten. Es kann nichts anderes geben als das Ziel, irgendwann an der Spitze der Liga anzukommen und unter den Rahmenbedingungen, die wir haben, auch bestmöglich international zu spielen.“

Der große Umbruch kostet wertvolle Punkte

Ein wesentlicher Faktor für die aktuelle Situation ist der umfangreiche Kaderumbruch. Bereits im Sommer gab es einen XXL-Umbruch im Team, im Winter kamen erneut vier neue Spielerinnen dazu. Besonders bemerkenswert ist die Verpflichtung der belgischen Nationalspielerin Amber Tysiak (25) für eine Rekordablöse von 170.000 Euro vom Londoner Verein West Ham United an die Alte Försterei.

„Natürlich ist klar, wenn du immer neue Spielerinnen holst, verändert das die Dynamik in einer Mannschaft“, räumt Zietz ein. „Aber wir wollten diesen Umbruch, die Spielerinnen auch. Beschweren kann sich also eigentlich niemand. Trotzdem liegt zwischen Vorstellung und Umsetzung manchmal ein Unterschied.“

Die Integration der neuen Spielerinnen und die Entwicklung einer gemeinsamen Spielphilosophie benötigen Zeit – Zeit, in der wertvolle Punkte in der Bundesliga verloren gehen. Die Union-Frauen stehen damit vor der Herausforderung, ihren ambitionierten Aufstiegskurs trotz der aktuellen Rückschläge konsequent weiterzuverfolgen.

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