VAR-Blackout beim KSC-Dynamo-Spiel endgültig aufgeklärt
Der VAR-Zoff nach dem dramatischen 3:3 zwischen dem Karlsruher SC und Dynamo Dresden nimmt eine neue Wendung. Jetzt steht fest, warum die Sachsen in der Nachspielzeit durch einen unberechtigten Strafstoß den Sieg und damit zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf verloren haben. Die entscheidende Szene, in der Karlsruhes Lilian Egloff Dresden-Verteidiger Alexander Rossipal auf den Fuß trat, erreichte den Video-Assistenten gar nicht.
Technische Panne im Kölner Keller
Nach BILD-Informationen bekam VAR Patrick Hanslbauer das aussagekräftige Video-Material nicht zu sehen, weil es von einer MDR-Kamera stammte, die nicht mit dem sogenannten Kölner Keller – dem Video Assist Center – verbunden war. Hanslbauer konnte die Situation daher nur aus einer anderen Perspektive bewerten, in der Egloffs Foul tatsächlich kaum zu erkennen war.
Zur Einordnung: Während der VAR bei Bundesliga-Spielen normalerweise auf die Bilder von 20 bis 22 Kameras rund um das Spielfeld zurückgreifen kann, sind es in der 2. Liga lediglich 10 bis 12 Kameras. Offensichtlich reicht diese Anzahl nicht aus, um strittige Situationen immer zweifelsfrei richtig zu entscheiden.
Rossipal: Vom Opfer zum Täter gemacht
Für Dynamo-Verteidiger Alexander Rossipal hatte die Fehlentscheidung besonders bittere Konsequenzen. Aus dem eigentlichen Foulopfer wurde durch den falschen Elfmeter-Pfiff fälschlicherweise der Täter gemacht. „Nach dem VAR-Eingriff war ich eigentlich tiefenentspannt. Weil ich wusste, er tritt auf meinen Fuß“, erklärte Rossipal. „Wenn ich jetzt die TV-Bilder sehe, ist es sauärgerlich. Denn dort war es klar erkennbar.“
Der Verteidiger zeigte sich enttäuscht über die technische Panne: „Das ist sehr bitter. Weil es mich betrifft, aber eben auch die ganze Mannschaft. Das tut mir sehr leid, aber wir müssen das akzeptieren. Der Schiedsrichter hatte eine gute Linie. Aber wenn er sich in der Situation täuscht, hätte ich schon gehofft, dass der VAR es richtig sieht.“ Rossipal fügte selbstkritisch hinzu: „Vielleicht hätte ich auch ein bisschen mehr Show machen müssen.“
Blick nach vorn im Abstiegskampf
Was bleibt, ist der Blick nach vorn. Am Sonntag (13.30 Uhr) empfängt Dynamo Dresden mit Preußen Münster nicht nur einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, sondern auch Rossipals Ex-Verein. An das Hinspiel hat der Verteidiger noch sehr gute Erinnerungen: „Das war mein erstes Spiel nach langer Verletzung.“ Damals brachte er sein Team mit einem Klasse-Freistoß beim 2:2 in Führung.
Vom Begriff Sechs-Punkte-Spiel hält Rossipal nicht viel: „Jedes Spiel ist bis zum Saisonende wichtig. Wir dürfen nicht überpacen, müssen bei uns bleiben.“ Die Mannschaft muss nun die Frustration über die VAR-Fehlentscheidung hinter sich lassen und sich voll auf die kommenden Aufgaben konzentrieren.
Die Aufklärung des VAR-Blackouts wirft grundsätzliche Fragen zur technischen Ausstattung in der 2. Liga auf. Während in der Bundesliga umfangreiche Kameraperspektiven zur Verfügung stehen, zeigt dieser Fall deutlich, dass die reduzierte Anzahl in der zweiten Liga zu folgenschweren Fehlentscheidungen führen kann.



