VAR-Drama bei Barcas Copa-del-Rey-Klatsche: Flick erwägt Beschwerde nach Tor-Aberkennung
VAR-Ärger nach Barcas Niederlage: Flick erwägt Beschwerde

VAR-Drama überschattet Barcas Copa-del-Rey-Klatsche in Madrid

Der FC Barcelona hat im Halbfinal-Hinspiel der Copa del Rey eine bittere 0:4-Niederlage bei Atlético Madrid kassiert. Doch nicht nur das Ergebnis, sondern vor allem eine umstrittene VAR-Entscheidung sorgt für anhaltenden Ärger im Lager der Katalanen. Wie die spanische Sportzeitung Mundo Deportivo berichtet, erwägt Trainer Hansi Flick eine offizielle Beschwerde beim spanischen Fußballverband RFEF einzureichen.

Sieben Minuten VAR-Prüfung: Aberkanntes Tor erhitzt die Gemüter

Die entscheidende Szene ereignete sich in der 52. Spielminute. Nach einer 0:4-Halbzeitführung der Madrilenen gelang Barcelona durch Pau Cubarsí der vermeintliche Anschlusstreffer zum 1:4. Doch VAR-Schiedsrichter Pablo González Fuertes schaltete sich ein und überprüfte die Situation auf eine mögliche Abseitsstellung. Was folgte, war eine außergewöhnlich lange Unterbrechung von fast sieben Minuten, ehe Schiedsrichter Juan Martínez Munuera den Treffer endgültig aberkannte.

„Für mich ist es verrückt, so lange zu brauchen, um eine solche Situation zu klären. Sieben Minuten, bitte!“, kritisierte ein sichtlich verärgerter Hansi Flick nach dem Spiel. Die lange Wartezeit und der schließlich negative Ausgang der Überprüfung belasteten die bereits angeschlagene Mannschaft zusätzlich.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Technisches Versagen: Halbautomatische Abseitserkennung fiel aus

Der Grund für die außergewöhnlich lange Prüfungsdauer lag in einem technischen Problem. Die halbautomatische Abseitserkennung, die normalerweise für schnelle und präzise Entscheidungen sorgen soll, versagte in dieser Schlüsselszene vollständig. Die Schiedsrichterkommission CTA (Comité Técnico de Árbitros) erklärte nachträglich: „Das System hat bei der Modellierung der Spieler anhand der Skelette einen Fehler erzeugt, als es eine Situation mit einer hohen Spielerdichte erkannte.“

Insgesamt hatten sich etwa acht Spieler in unmittelbarer Ballnähe aufgehalten – offenbar zu viele für das automatische System. Auch eine versuchte Neukalibrierung brachte keine Verbesserung, sodass der VAR schließlich auf manuelle Linienzeichnungen zurückgreifen musste. Diese Notlösung führte letztlich zur Toraberkenntnis.

Barcas Wut: De Jong spricht von „Skandal“

Die Entscheidung und der technische Ausfall stießen bei den Barcelona-Spielern auf völliges Unverständnis. Kapitän Frenkie de Jong, der sich während der langen Unterbrechung im Austausch mit dem Schiedsrichter befunden hatte, wütete nach dem Spiel: „Wenn das Bild nicht künstliche Intelligenz ist, dann ist das ein Skandal.“ Seine deutlichen Worte spiegeln die allgemeine Verärgerung im Team wider.

Laut Mundo Deportivo will der Verein die gesamte Situation am Freitag noch einmal genau evaluieren, bevor über eine mögliche offizielle Beschwerde entschieden wird. Welche Konsequenzen eine solche Einreichung haben könnte, bleibt völlig unklar. Das Rückspiel im Camp Nou findet am 3. März statt und bietet Barcelona die theoretische Chance, das 0:4 aus dem Hinspiel noch zu drehen – auch wenn diese Aufgabe nach der enttäuschenden Leistung und dem VAR-Drama als äußerst schwierig erscheint.

Das technische Versagen der Abseitserkennung in einer so wichtigen Partie wirft grundsätzliche Fragen zur Zuverlässigkeit solcher Systeme in dicht besetzten Strafraumsituationen auf. Während die Schiedsrichterkommission von einem bedauerlichen Einzelfall spricht, sehen viele Beobachter hier ein grundsätzliches Problem, das dringend gelöst werden muss, um die Glaubwürdigkeit des Video-Assistenten nicht weiter zu beschädigen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration