VAR-Sabotage in Münster: DFB reagiert auf gezogenen Stecker bei Elfmeter-Entscheidung
Ein schwarzer Bildschirm sorgte bei der Zweitliga-Partie zwischen Preußen Münster und Hertha BSC für helle Aufregung und bundesweite Schlagzeilen. Ein vermummter Ultra der Preußen zog kurz vor einer entscheidenden Elfmeter-Überprüfung den Stecker des Video-Assistenten-Bildschirms, wodurch Schiedsrichter Felix Bickel die strittige Szene nicht noch einmal analysieren konnte.
DFB-Verfahren und mögliche Konsequenzen
Der Deutsche Fußball-Bund hat bereits reagiert und wegen dieses beispiellosen Vorfalls sowie Verstößen gegen das Pyro-Verbot ein Verfahren durch den Kontrollausschuss eingeleitet. Der Verein Preußen Münster wird zeitnah zur Stellungnahme aufgefordert.
Welche Strafe droht dem Verein? Das ist aktuell noch völlig unklar, da es bislang keinen vergleichbaren Sabotage-Vorgang im deutschen Profifußball gab. Denkbar ist, dass sich Münster für die Nicht-Gewährleistung des regulären Spielbetriebs sowie die ungenügende Sicherung des Stadion-Innenraums verantworten muss.
Geplanter Protest mit Spruchband
Die Aktion war offenbar genau geplant und koordiniert. Exakt in dem Moment, als der Bildschirm für Schiedsrichter Bickel schwarz wurde, hielten Fans im Ultra-Block der Preußen ein Spruchband mit der Aufschrift „Dem VAR den Stecker ziehen“ hoch. Es handelte sich um einen stummen, gewaltfreien, aber extrem wirkungsvollen Protest gegen den Video-Beweis, der nach Auffassung vieler Fußballfans den Sport negativ beeinflusst.
Gespaltene Reaktionen und Spielauswirkungen
Die Reaktionen auf die Sabotage-Aktion fallen unterschiedlich aus:
- Die Ultras-Szene und VAR-Gegner feiern die Stör-Aktion bundesweit
- Andere bewerten sie als dummen Jugendstreich ohne nachhaltige Schäden
- Kritische Stimmen ärgern sich über einen idiotischen und vereinsschädigenden Vorgang
Direkte Spielauswirkungen: Nicht auszuschließen! Schiedsrichter Bickel musste sich bei der Elfmeter-Entscheidung „blind“ auf das Urteil seiner Kollegin Katrin Rafalski im Kölner Keller verlassen. Die TV-Bilder belegen allerdings, dass der verwandelte Elfmeter durch Fabian Reese zur Hertha-Führung wohl berechtigt war.
Ermittlungen und Sicherheitsmaßnahmen
Der Täter ist noch nicht ermittelt. Die Auswertung der Überwachungskameras läuft, allerdings gestaltet sich die Identifizierung schwierig, da sich die Person maskiert und mit einem Maleranzug getarnt hatte. Club-Sprecher Marcel Weskamp versicherte: „Wir werden alles daransetzen, den oder die Täter zu identifizieren.“
Aus DFB-Kreisen verlautet, dass ab sofort alle Vereine angewiesen werden, die VAR-Bildschirme in ihren Stadien zusätzlich mit Ordnungskräften zu sichern und zu schützen – gerade auch, um Nachahmer abzuhalten.
Reaktionen der Spieler
Preußen-Kapitän Jorrit Hendrix zeigte sich am Sky-Mikrofon gelassen: „Unsere Anhänger sind echt legendär. Die kämpfen, machen alles für die Unterstützung. Dass einer den Stecker herauszieht, finde ich schon komisch und gut eigentlich. Die Fans wollen auch unbedingt, dass wir gewinnen und wenn man alles dafür machen kann, habe ich auch volles Verständnis dafür.“
Der Vorfall in Münster zeigt einmal mehr die emotionale Debatte um den Video-Assistenten im Fußball und wirft Fragen nach der Sicherheit von technischen Einrichtungen in deutschen Fußballstadien auf.



