Blutiger Einsatz und Monster-Paraden: Nikola Vasilj hält St. Pauli im Rennen
Er präsentierte sich mit einer deutlich sichtbaren Verletzung, doch seine Leistung war makellos: Nikola Vasilj, der 30-jährige Torwart des FC St. Pauli, sicherte seinem Team mit neun herausragenden Paraden einen wichtigen 1:0-Auswärtssieg bei der TSG Hoffenheim. Der bosnische Nationalspieler zeigte sich nach dem Spiel mit einer blutigen und geschwollenen Nase – ein Zeugnis seines kompromisslosen Einsatzes.
Ein Abwehrbollwerk trotz schmerzhafter Verletzung
Die blutige Nase holte sich Vasilj in der 29. Spielminute nach einem eigenen Abspielfehler. Bei der anschließenden Notrettung rammte ihm Hoffenheims Spieler Grischa Prömel das Knie ins Gesicht. „Ich hoffe, die Nase ist nicht gebrochen“, kommentierte der Torhüter nach dem Spiel. „Sie ist angeschwollen, ich spüre den Druck ein wenig, aber die Hauptsache war, dass mir nicht schwindelig war und ich zu Ende spielen konnte.“
Trotz der schmerzhaften Verletzung blieb Vasilj bis zum Schluss im Tor und parierte Chancen von Andrej Kramaric, Grischa Prömel, Ozan Kabak, David Hranac und Kristjan Asllani. Es war bereits das vierte Spiel in dieser Bundesliga-Saison, in dem der Torwart ohne Gegentor blieb, und er steigerte seine Paradenquote auf knapp 70 Prozent.
Perfektes Timing für die entscheidende Phase
Die herausragende Form von Nikola Vasilj kommt zum idealen Zeitpunkt. Für den FC St. Pauli ist jeder Punkt im Abstiegskampf Gold wert, und mit den nächsten Bundesliga-Spielen gegen Eintracht Frankfurt, Borussia Mönchengladbach und SC Freiburg stehen weitere Herausforderungen an.
Doch nicht nur für den Verein, auch für die bosnische Nationalmannschaft ist die Entwicklung des Torwarts von großer Bedeutung. Nationaltrainer Sergej Barbarez verfolgte den Auftritt in Hoffenheim mit besonderem Interesse, denn Ende des Monats stehen für Bosnien-Herzegowina die WM-Play-offs an.
Der doppelte Druck: Bundesliga und WM-Play-offs
In Wales muss die bosnische Nationalmannschaft gewinnen, um im Finale gegen Italien oder Nordirland die Chance auf die WM-Teilnahme wahrzumachen. Vasilj könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen – vorausgesetzt, seine Verletzung ist nicht zu schwerwiegend.
Der Torwart selbst zeigte sich nach dem Spiel selbstkritisch: „Zweimal habe ich geschlafen. Da musste ich halt raus.“ Und genau bei einem dieser Momente holte er sich die blutige Nase. Doch diese Selbstkritik unterstreicht nur seinen Anspruch, der für St. Pauli im Abstiegskampf und für Bosnien-Herzegowina in den WM-Play-offs von unschätzbarem Wert sein könnte.
Mit seiner aktuellen Form könnte Nikola Vasilj im März tatsächlich alles festhalten – die Bundesliga für St. Pauli und die WM-Chance für sein Heimatland.



