VfB Stuttgart vs. Borussia Dortmund: Wirtschaftliche Kluft bleibt trotz sportlicher Annäherung
VfB Stuttgart: Wirtschaftlich noch Jahrzehnte hinter Borussia Dortmund

VfB Stuttgart vs. Borussia Dortmund: Die wirtschaftliche Kluft bleibt gewaltig

Ein Sieg des VfB Stuttgart im Bundesliga-Topspiel gegen Borussia Dortmund wäre längst keine Überraschung mehr. Doch kann der aktuelle Tabellendritte auch auf Dauer zur ernsthaften Konkurrenz für die etablierte Nummer zwei hinter dem FC Bayern München aufsteigen? Diese Frage beschäftigt die Fußballwelt vor dem Duell am Samstag.

Niko Kovac voll des Lobes für die Stuttgarter Entwicklung

Borussia Dortmunds Trainer Niko Kovac bereitet sich auf eine der schwierigsten Auswärtsaufgaben dieser Saison vor. „Der Club hat eine sensationelle Entwicklung genommen“, sagt der BVB-Trainer über den VfB Stuttgart. Was die Verantwortlichen des Tabellendritten derzeit leisteten, sei „richtig gut“. Doch hinter den sportlichen Erfolgen verbirgt sich eine wirtschaftliche Realität, die den Aufholprozess deutlich verlangsamt.

Alexander Wehrle: „Jahre oder Jahrzehnte“ bis zum finanziellen Aufholen

Stuttgarts Vorstandsvorsitzender Alexander Wehrle hält eine schnelle Angleichung an Borussia Dortmund für unrealistisch. „Die Lücke beim Umsatz zu schließen, wird noch Jahre oder Jahrzehnte dauern“, erklärt Wehrle mit Blick auf den aktuellen „Football Money League“-Report von Deloitte. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

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  • Borussia Dortmund: 531,3 Millionen Euro Umsatz (Saison 2024/25)
  • VfB Stuttgart: 296,4 Millionen Euro Umsatz (Saison 2024/25)

Damit liegt der VfB wirtschaftlich rund 235 Millionen Euro hinter dem BVB – Transfereinnahmen noch nicht einmal eingerechnet.

Champions League als entscheidender Faktor

„Dortmund ist halt Dauergast in der Champions League, wir nicht“, bringt Wehrle den Kern des Problems auf den Punkt. Seit 2011 nahmen die Westfalen mit einer Ausnahme jedes Jahr an der Königsklasse teil. Dem VfB gelang dies im gleichen Zeitraum nur in der Saison 2024/25. Die finanziellen Konsequenzen sind enorm: Allein in der laufenden Spielzeit erhielt der BVB aus der Champions League fast 33 Millionen Euro – mehr als das Dreifache dessen, was Stuttgart aus der Europa League einnahm.

Sportliche Annäherung trotz wirtschaftlichem Rückstand

Trotz der finanziellen Diskrepanz zeigt Stuttgart unter dem Trio Wehrle, Sportvorstand Fabian Wohlgemuth und Trainer Sebastian Hoeneß eine beeindruckende Entwicklung:

  1. Der Marktwert des Profikaders stieg von 151 Millionen Euro (2022/23) auf aktuell 383 Millionen Euro
  2. Fünf VfB-Profis standen zuletzt im Nationalmannschaftskader
  3. In fünf der letzten sieben Pflichtspiele siegte Stuttgart gegen Dortmund

Der frühere Fußball-Europameister Karlheinz Förster sieht den VfB sogar auf gutem Weg: „In den nächsten zwei oder drei Jahren könnte Stuttgart zu Borussia Dortmund aufschließen – wenn die Transfers weiterhin gut sind.“ Besonders die Kaderpolitik von Wohlgemuth und die Arbeit von Hoeneß als „Toptrainer“ hebt Förster hervor.

Borussia Dortmund mit eigenen Ambitionen

Auch beim BVB gibt es klare Ziele. Geschäftsführer Lars Ricken betont: „Wenn wir etwas näher an die Bayern herankommen wollen, brauchen wir einen homogenen Kader.“ Dafür stehe der neue Sportdirektor Ole Book, der die Nachfolge von Sebastian Kehl angetreten hat. Der Champions-League-Finalist von 2024 will wieder um die deutsche Meisterschaft mitspielen – 14 Jahre nach dem bisher letzten Titelgewinn.

Ausblick: Realistische Ziele vs. sportliche Träume

Während sich manche Stuttgarter Profis offensiv für die Champions League aussprechen, bleibt Vorstandschef Wehrle realistisch. „Die beiden Clubs würden sich finanziell nur dann deutlich annähern, wenn Dortmund mal zwei, drei Jahre nicht an der Champions League teilnehmen würde, wir aber schon. Aber das ist nicht unbedingt realistisch.“ Die wirtschaftliche Überlegenheit des BVB bleibt somit vorerst bestehen – auch wenn die sportliche Distanz auf dem Platz schrumpft.

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