Krisenduell in Wolfsburg: Wer trifft beim VfL die entscheidenden Führungsentscheidungen?
VfL Wolfsburg: Chaos-Tage und Führungskrise im Abstiegskampf

Chaos-Tage beim VfL Wolfsburg: Wer übernimmt die Führungsverantwortung?

Platz 17 in der Fußball-Bundesliga - und das trotz eines millionenschweren Etats! Der VfL Wolfsburg präsentiert sich aktuell in einem desaströsen Zustand. Die Probleme beschränken sich dabei keineswegs nur auf den grünen Rasen, sondern ziehen sich durch die gesamte Vereinsstruktur.

Überraschende Pressekonferenz vor dem Nordderby

Daniel Bauer saß wohl selbst am meisten überrascht auf dem Podium im Medienraum des VfL Wolfsburg, nur zwei Tage vor dem wichtigen Heimspiel gegen den Hamburger SV. Nach dem vernichtenden 0:4 beim VfB Stuttgart am vorherigen Sonntag hatten eigentlich alle Beobachter mit einer sofortigen Trainerentlassung gerechnet.

Auch Bauer selbst schien mit seinem Abschied zu rechnen, weshalb er nach dem indiskutablen Auftritt seiner Mannschaft in Stuttgart einige bemerkenswert deutliche Worte fand. „Fakt ist, dass wir viele Strukturen ändern müssen“, erklärte der VfL-Coach. „Die Atmosphäre und die Kultur innerhalb des Clubs sind aktuell nicht bundesliga-tauglich. Wir müssen ein anderes Mindset in der gesamten Struktur reinbekommen.“

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Keine sportliche Wende unter Trainer Bauer

Diese ungewöhnlich offene Kritik am eigenen Arbeitgeber konnte jedoch nichts an der sportlichen Misere ändern. Seit Bauers Amtsübernahme im Herbst des vergangenen Jahres hat sich der Zustand der völlig falsch zusammengestellten Mannschaft nicht verbessert.

Der Trainer hatte Anfang November zunächst interimsmäßig die Nachfolge des glücklosen Niederländers Paul Simonis angetreten und war kurz vor Weihnachten zum Chefcoach befördert worden. Seitdem verzeichneten die Niedersachsen in zehn Spielen nur einen einzigen Sieg, in den vergangenen sechs Partien folgten fünf Niederlagen. In der Mannschaft stemmt sich kaum ein Spieler entschlossen gegen den drohenden Abstieg.

Die merkwürdige Rolle von Sport-Geschäftsführer Christiansen

Im Profifußball wären Trainer bereits für weniger schlechte Bilanzen entlassen worden. Doch Bauer profitiert davon, dass der VfL Wolfsburg abseits des Platzes ein noch verheerenderes Bild abgibt. Im Zentrum der Chaostage steht Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen.

Der 51-jährige Däne ist seit Sommer 2024 für den sportlichen Kurs bei den Niedersachsen verantwortlich und sollte den VfL nach Jahren der Enttäuschungen stabilisieren. Doch Christiansens Umbruchpläne sind krachend gescheitert, weshalb das Festhalten an ihm fast noch mehr verwundert als der Verbleib von Trainer Bauer.

Führungskräfte scheuen notwendige Entscheidungen

Dies lenkt den Blick auf Aufsichtsratschef Sebastian Rudolph. Der VW-Manager scheint beim Absturz des Volkswagen-Clubs weitere harte Personalentscheidungen zu fürchten, nachdem er bereits die Trennung von Simonis und Sportdirektor Sebastian Schindzielorz mitzuverantworten hat.

Das ständige Feuern von Mitarbeitern in Führungspositionen soll beim Alleingesellschafter Volkswagen, dem millionenschweren Geldgeber der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH, nicht gut ankommen. Doch das beharrliche Festhalten an Bauer und Christiansen wirft ebenfalls kein gutes Licht auf den traditionsreichen Verein.

Am Montag debattierten die Verantwortlichen in unterschiedlichen Konstellationen bis zum späten Nachmittag, ehe das überraschende Bekenntnis zu Trainer Bauer kommuniziert wurde. Dass ausgerechnet der umstrittene Christiansen in der offiziellen Mitteilung zitiert wurde, warf zusätzliche Fragen zur Führungsstruktur auf.

Erfahrene Trainer als mögliche Feuerwehr-Lösungen

Bauer versuchte in der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den HSV, den Fokus von seiner Person wegzulenken. „Es ist kein Endspiel für Daniel Bauer, sondern ein extrem wichtiges Sechs-Punkte-Spiel für den Club“, betonte der VfL-Coach vor seinem nächsten persönlichen Endspiel.

Denn dass Bauer auch nach einer weiteren Niederlage weiter im Amt bleiben könnte, kann sich in der VW-Stadt trotz aller chaotischen Umstände kaum jemand vorstellen. Hinter den Kulissen werden bereits seit längerem erfahrene Trainer wie Dieter Hecking und Friedhelm Funkel als sogenannte Feuerwehrmänner gehandelt, die den abstiegsbedrohten Club retten könnten.

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Die kommenden Spiele werden zeigen, ob der VfL Wolfsburg aus der tiefen Krise findet oder ob weitere Führungswechsel unvermeidlich werden. Die chaotischen Zustände beim Bundesligisten bleiben jedenfalls ein beunruhigendes Signal für alle Beteiligten.