Bundestrainer Wück drängt auf zügige Lösung im Frauenfußball-Streit
Bundestrainer Christian Wück zeigt sich in der anhaltenden Auseinandersetzung um die Zukunft der Frauen-Bundesliga zunehmend ungeduldig. Der 52-Jährige fordert eine rasche Entscheidung, um den deutschen Frauenfußball international wettbewerbsfähig zu halten. „Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren. Die anderen Ligen schlafen nicht“, betonte Wück in einem aktuellen Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. Seine Aussagen erfolgten kurz vor dem WM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußballerinnen gegen Slowenien in Dresden.
Gescheiterte GmbH-Pläne und verzögerte Reformen
Die Diskussionen um eine gemeinsame GmbH mit den 14 Erstligisten und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) sind bereits zweimal gescheitert. Der neu gegründete Ligaverband FBL e.V. sucht derzeit in verschiedenen Arbeitsgruppen nach tragfähigen Lösungen. Ursprünglich hatte der Verband geplant, knapp über 100 Millionen Euro für die kommenden acht Jahre in ein Joint Venture zu investieren. Dieser Prozess wurde jedoch gestoppt, nachdem der geplante Ablauf des TV-Rechte-Verkaufs unterbrochen wurde. Die geplante Auktion soll nun nicht wie ursprünglich vorgesehen im Frühjahr, sondern erst im Herbst stattfinden. Dies könnte dazu dienen, abzuwarten, wann die geplanten Bundesliga-Reformen tatsächlich umgesetzt werden können.
Umfassende Professionalisierung als Schlüssel zum Erfolg
Für Christian Wück steht die Professionalisierung in allen Bereichen im Mittelpunkt. „Professionalisierung in all ihren Facetten ist für mich das Schlüsselwort“, erklärte der Bundestrainer. Er nannte konkrete Beispiele wie die Verbesserung der Infrastruktur, den Trainingsbetrieb mit integrierter Physiotherapie, Athletikzentren und individueller Betreuung. Besonders betonte er die Notwendigkeit, auch den Schiedsrichterbereich zu professionalisieren. „Wir können nicht die ganze Zeit über Leistungen schimpfen, wenn die Voraussetzungen nicht gegeben sind“, so Wück.
Internationaler Vergleich und Zukunftsperspektiven
Wück sieht das deutsche Nationalteam weiterhin unter den weltweit führenden Nationen, zu denen er Schweden, Frankreich, England, Spanien und die USA zählt. Bei der Bewertung der Liga-Ebene zeigt er sich etwas kritischer: „Die Bundesliga sehe ich auf Augenhöhe mit der französischen und hinter der englischen Liga“. Der Bundestrainer wünscht sich ein kontinuierlich steigendes Niveau der Frauen-Bundesliga, von dem seiner Meinung nach alle Beteiligten profitieren würden: Vereine, Spielerinnen, Zuschauer, Sponsoren und nicht zuletzt das Nationalteam selbst.
Die aktuelle Situation erfordert nach Ansicht von Christian Wück dringendes Handeln. Während die internen Diskussionen zwischen DFB und Vereinen weiter andauern, wächst der Druck von außen durch die internationale Konkurrenz. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die beteiligten Parteien eine Einigung erzielen können, die den deutschen Frauenfußball nachhaltig stärkt und seine Position im weltweiten Vergleich sichert.



