Bundestrainer Wück lässt beste Torjägerin Fudalla trotz Sturmproblemen daheim
Wück lässt beste Torjägerin Fudalla bei WM-Quali daheim

Deutsche Fußballerinnen starten mit Sturmproblemen in WM-Qualifikation

Die deutschen Fußballerinnen beginnen am Dienstag in Dresden ihre Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2027 mit einem Heimspiel gegen Slowenien. Trotz dringend benötigter Tore fehlt die aktuell beste Torjägerin der Bundesliga im Kader von Bundestrainer Christian Wück.

Fudalla als beste Schützin erneut nicht nominiert

Vanessa Fudalla von Bayer Leverkusen führt mit zwölf Treffern die Torjägerliste der Frauen-Bundesliga an und liegt damit gleichauf mit der verletzten Selina Cerci. Die 24-Jährige trifft in dieser Saison häufiger als etablierte Stars wie Alexandra Popp (10 Tore) oder Pernilla Harder (10 Tore) und übertrifft auch die von Wück nominierten Angreiferinnen Larissa Mühlhaus (10), Nicole Anyomi (9) und Lea Schüller (5).

Besonders bemerkenswert: Fudalla erzielt seit Jahren zweistellige Torausbeuten. In den beiden vergangenen Spielzeiten traf sie jeweils zehnmal für ihren damaligen Verein RB Leipzig.

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Wück begründet Entscheidung mit internationaler Klasse

Bundestrainer Christian Wück verteidigt seine Entscheidung, Fudalla nicht zu berufen. „Ich sehe eine Diskrepanz zwischen der nationalen und der internationalen Liga“, erklärt der 52-Jährige. „Ich muss einschätzen, welche Spielerin es schafft, international zu bestehen und von der wir als Nationalmannschaft profitieren können. Ich sehe andere Spielerinnen vor Vanessa.“

Diese Einschätzung habe sich nach den letzten Bundesliga-Spielen nicht verändert. Faktisch trifft Fudalla gegen Spitzenmannschaften wie Bayern München und VfL Wolfsburg tatsächlich seltener, erzielte aber bei einer 2:6-Niederlage in München einen Doppelpack.

Verletzungen verschärfen Sturmprobleme

Die deutsche Mannschaft startet mit erheblichen personellen Engpässen im Angriff in die WM-Qualifikation:

  • Giovanna Hoffmann (Leipzig) ist langfristig verletzt
  • Klara Bühl (Bayern München) fällt kurzfristig aus
  • Selina Cerci (Hoffenheim) muss wegen einer Blessur passen

Spielmacherin Jule Brand erwartet gegen Slowenien ein schwieriges Spiel: „Ich erwarte einen tiefen Block. Wir müssen geduldig sein und konzentriert als Team zusammenspielen.“ Die Chancenverwertung war zuletzt trotz positiver Entwicklung das größte Problem der DFB-Elf.

Kritik aus Leverkusen und Fußballszene

In Leverkusen stößt Wücks Entscheidung auf Unverständnis. Bayer-Trainer Roberto Pätzold äußert deutliche Kritik: „Die Argumentation, ihr würde internationale Klasse abgehen, liefert Angriffspotenzial. Vanessa setzt sich auch regelmäßig in der Liga gegen Gegner durch, die international spielen. Ich kann dieser Argumentation nicht folgen.“

In der Frauenfußball-Szene sorgt die wiederholte Nicht-Nominierung Fudallas für hitzige Diskussionen. Gerüchte, dass eine frühere Absage für die U23-Nationalmannschaft wegen eines Umzugs eine Rolle spielen könnte, weist Wück entschieden zurück: „Von einer Absage aus privaten Gründen weiß ich nichts. Es handelt sich um rein sportliche Gründe.“

Fudalla selbst bestritt bisher vier Länderspiele für die deutsche U23-Auswahl und erzielte dabei ein Tor. Nun müssen andere Spielerinnen gegen Slowenien die Torlast tragen, während die beste Torjägerin der Liga von zu Hause aus zuschauen muss.

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