Bundesliga-Abstiegsduell: Werder Bremen gegen Heidenheim unter besonderem Druck
Im Weserstadion in Bremen steht am 24. Spieltag der Fußball-Bundesliga ein hochbrisantes Duell an: Der Tabellenvorletzte SV Werder Bremen empfängt den Tabellenletzten 1. FC Heidenheim. Für beide Teams geht es um fast alles im Kampf gegen den Abstieg, doch Werder-Trainer Daniel Thioune versucht, die besondere Dramatik herunterzuspielen.
Thioune: "Kein Endspiel" trotz existenzieller Bedeutung
Daniel Thioune bemühte sich in der Vorbereitung auf das Spiel um Gelassenheit. "Ich bin ein Stück weit davon entfernt, von einem Endspiel zu reden", sagte der 51-jährige Trainer. Gleichzeitig betonte er: "In einer ganz normalen Welt würde ich behaupten, dass der SV Werder Bremen auf einem Samstagnachmittag in der Lage sein sollte, auch den 1. FC Heidenheim zu schlagen."
Diese Aussage steht im Kontrast zur aktuellen Situation des Traditionsvereins. Seit 13 Spielen wartet Werder auf einen Sieg, und auch der Trainerwechsel von Horst Steffen zu Thioune vor drei Wochen brachte bislang keine Wende. In den drei Partien unter Thioune blieb Werder ohne Punkt und erzielte nur ein einziges Tor beim 1:2 gegen den FC St. Pauli.
Drohender Negativrekord für Thioune
Die sportliche Misere könnte für Daniel Thioune einen unrühmlichen Rekord bedeuten. Sollte Werder auch gegen Heidenheim verlieren, wäre er der erste Trainer in der Vereinsgeschichte mit vier Niederlagen in den ersten vier Spielen. Dieser Negativrekord schwebt wie ein Damoklesschwert über der Partie.
Trotz der angespannten Lage versicherte Geschäftsführer Clemens Fritz: "Es gibt überhaupt keine Trainerdiskussion bei uns." Er lobte Thiounes Arbeit: "Er agiert sehr energetisch, vermittelt seine Inhalte präzise und arbeitet sehr lösungsorientiert mit den Jungs. Die Mannschaft nimmt seine Vorgaben gut an."
Personalsorgen bei beiden Teams
Die Situation wird für Werder durch eine lange Verletzungsliste erschwert. Neben Langzeitausfällen wie Victor Boniface (Knie-OP) und Mitchell Weiser (Kreuzbandriss) fehlen auch Amos Pieper, Wesely Adeh, Maximilian Wöber, Karim Coulibaly, Felix Agu und nun auch Samuel Mbangula.
Auch Heidenheim muss auf wichtige Spieler verzichten. Verteidiger Marnon Busch und Torwart Diant Ramaj sind krankgeschrieben, für Ramaj wird Frank Feller im Tor stehen. Trainer Frank Schmidt weiß um die Bedeutung des Spiels: "Klar ist, gegen Bremen sollten wir das Spiel jetzt schon gewinnen."
Abstiegskampf mit offenem Ausgang
Die Tabellensituation verdeutlicht die Dramatik: Werder liegt mit einem Punkt Rückstand auf den FC St. Pauli (20 Punkte) auf einem direkten Abstiegsplatz. Heidenheim steht sogar fünf Punkte hinter Bremen. Schmidt betonte: "Wenn Du noch eine Chance haben willst, musst Du irgendwann anfangen, den Rückstand abzubauen."
Beide Trainer sehen das Spiel als besondere mentale Herausforderung. Schmidt sprach von einem "besonderen Kopfspiel", bei dem sein Team "im richtigen Moment eiskalt die richtigen Entscheidungen treffen" müsse. Für Werder geht es nach Thiounes Worten darum, endlich wieder "Erfolgserlebnisse" zu sammeln und die Negativserie von 13 sieglosen Spielen zu beenden.
Das Duell zwischen dem Tabellenvorletzten und dem Tabellenletzten verspricht Spannung pur - auch wenn Thioune nicht von einem Endspiel sprechen möchte. Für beide Teams könnte diese Partie jedoch wegweisend für den weiteren Saisonverlauf sein.



