RB Leipzigs Trainer Ole Werner wehrt sich gegen Krisenkritik
Nur ein einziger Sieg aus den letzten sechs Pflichtspielen – bei RB Leipzig ist der Abwärtstrend in den Ergebnissen unbestreitbar. Nach den beiden Unentschieden gegen den VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund, jeweils mit einem Endstand von 2:2, hagelte es in den vergangenen Tagen massive Kritik. Jetzt kämpft Trainer Ole Werner, 37 Jahre alt, entschieden gegen die aufkommende Krisenstimmung an. In einer ausführlichen Stellungnahme reagiert der Leipziger Coach auf die größten Vorwürfe, die seinem Team derzeit gemacht werden.
Werner sieht positive Entwicklung trotz magerer Ergebnisse
Die Kritik lautet, dass RB Leipzig seit Beginn des Jahres deutlich eingebrochen ist. Ole Werner kontert diese Behauptung mit einem klaren Statement: „Wenn wir die Leistung aus dem letzten Spiel gegen Dortmund mit der aus dem Hinspiel beim BVB vergleichen, dann war unsere aktuelle Leistung deutlich besser. Es ist nicht tausend Jahre her, dass wir zuletzt gewonnen haben. Allerdings müssen wir jetzt unsere guten Leistungen, die wir durchaus gezeigt haben, endlich mit guten Ergebnissen zusammenbringen.“ Der Trainer betont damit, dass aus seiner Sicht die Leistungskurve nach oben zeigt, auch wenn die Punkteausbeute noch nicht stimmt.
Königstransfer Conrad Harder erhält Rückendeckung vom Trainer
Ein besonderer Kritikpunkt betrifft den teuren Neuzugang Conrad Harder. Der Königstransfer, für den eine Ablösesumme von 24 Millionen Euro gezahlt wurde, trifft laut Kritikern falsche Entscheidungen auf dem Platz. So hätte er im Spiel gegen Dortmund den Ball halten statt abschließen sollen. Zudem wird ihm vorgeworfen, in der Kabine ein Störfaktor zu sein, weil er sich für besser hält, als er tatsächlich ist. Ole Werner schützt seinen Spieler entschieden: „Wir haben in den Schlussphasen der Spiele insgesamt falsche Entscheidungen getroffen. Das betrifft nicht nur Conrad, sondern auch andere Spieler. Dass wir in der Nachspielzeit gegen Dortmund ein Gegentor kassiert haben, dazu haben verschiedene Fehler geführt und nicht nur, dass wir vorn nicht cleverer mit dem Ball agiert haben.“ Werner fügt hinzu: „Es ist ein dauerhafter Prozess, Spieler besser zu machen und Spiele sowie Entscheidungen aufzuarbeiten. Jetzt geht es nicht darum, über einzelne Spieler zu sprechen. Wir müssen insgesamt in den Schlussphasen besser reagieren.“
Flexibilität und fehlender Plan B? Werner widerspricht deutlich
Ein weiterer Vorwurf lautet, dass RB Leipzig an Flexibilität mangele und insbesondere gegen defensive Gegner ein klarer Plan B fehle. Hierzu sagt Ole Werner: „Wir passen permanent Dinge an und spielen längst nicht mehr so wie zu Saisonbeginn. Wir haben uns zuletzt wieder deutlich mehr Torchancen erspielt. Gegen tief stehende Mannschaften erarbeiten wir uns inzwischen so viele Torchancen wie nie zuvor in dieser Saison. Da haben wir einen Riesenschritt gemacht. Es ist nicht die Frage der Chancen, sondern dass wir daraus endlich Tore erzielen. Die statistischen Werte entwickeln sich positiv. Es geht darum, dass wir in unseren Pass- und Laufwegen wieder genauer werden.“
Fitnessvorwürfe werden als „Blödsinn“ zurückgewiesen
Kritiker vermuten, dass Leipzig in den Schlussphasen Punkte verliert, weil die Mannschaft möglicherweise nicht fit genug sei. Ole Werner weist diesen Vorwurf energisch zurück: „Wir sind absolut fit genug. Dass die Mannschaft nicht ausreichend fit ist, ist schlichtweg Blödsinn. Gegen Dortmund sind wir in beiden Halbzeiten jeweils einen Kilometer weniger gelaufen als der Gegner. Daran sieht man deutlich, dass die reine Laufleistung nicht viel aussagt. In vier der letzten fünf Spiele sind wir in der Schlussviertelstunde sogar mehr gelaufen als der Gegner. Das sagt nicht aus, dass wir nicht fit sind, sondern dass wir nicht mehr so klar organisiert sind wie zuvor im Spiel. Es liegt an mir und den Spielern, diese Klarheit bis zum Schluss beizubehalten.“ Statt mangelnder Fitness sieht Werner einen anderen Grund für die aktuelle Schwäche in den Schlussminuten: „Wir schaffen es momentan nicht, in den Schlussphasen das Spiel zu beruhigen. Wir beschleunigen sogar noch mehr das Tempo. Das ist in einer Phase, in der der Gegner alles hereinwirft, etwas, das wir dringend lernen müssen.“



