WM-Helden von 1990 feiern Filmpremiere: Söder köpft Ball und Littbarski verschenkt Hoodies
WM-Helden 1990 feiern Filmpremiere mit Söder und Becker

Emotionale Wiedervereinigung der WM-Helden von 1990 in München

Am Montagabend verwandelte sich der Mathäser Filmpalast am Münchner Stachus in einen Ort der Nostalgie und des Wiedersehens. Die Weltmeister von 1990 feierten dort die Premiere des Dokumentarfilms „Ein Sommer in Italien – WM 1990“, der den legendären Titelgewinn der deutschen Fußballnationalmannschaft vor 36 Jahren in Italien dokumentiert. Der rote Teppich war für diesen besonderen Anlass in leuchtendem Grün gehalten, passend zum Spielfeld, das einst ihre Bühne war.

Prominente Gäste und fränkische Gastfreundschaft

Vier Kinosäle waren für die illustre Gästeschar angemietet, darunter zahlreiche Mitglieder der damaligen Mannschaft. Besondere Aufmerksamkeit erregten Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und die Tennis-Legende Boris Becker, die Seite an Seite Platz nahmen. Söder war auf persönliche Einladung von Lothar Matthäus, dem Kapitän der 1990er Helden, gekommen – einladend per Telefon auf typisch fränkische Art.

Vor den Kameras auf dem grünen Teppich demonstrierte Söder sein Ballgefühl: Als Klaus Augenthaler, der ehemalige Libero der Mannschaft, ihm einen Ball zuwarf, köpfte der Ministerpräsident diesen elegant zurück. Die anwesenden Weltmeister, die „wilde 13“, applaudierten begeistert dieser unerwarteten Darbietung.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Persönliche Geschenke und bewegende Erinnerungen

Pierre Littbarski, die gute Seele der Mannschaft von damals, fiel durch seine lässige Kleidung auf – während die anderen in Jackett und Hemd erschienen, trug er stolz einen weißen Hoodie. Dieses Kleidungsstück zeigte die Jubelszene nach dem entscheidenden Elfmeter von Andreas Brehme im Finale gegen Argentinien. Littbarski hatte jedem seiner ehemaligen Mitspieler diesen Hoodie in einer stilvollen Box geschenkt, die beim Öffnen die WM-Hymne „Un’Estate Italiana“ erklingen ließ.

Die Premiere war auch ein Abend des Gedenkens. Neben Heidi Beckenbauer, der Witwe von Teamchef Franz Beckenbauer, und Susanne Schaefer, der langjährigen Lebensgefährtin von Andreas Brehme, waren die verstorbenen Mitglieder der Mannschaft in Gedanken präsent. Lothar Matthäus erinnerte emotional an seinen engen Freund Brehme: „Ich habe zu Hause noch einige Andenken an Andy. Wir waren Zimmerkollegen, haben uns immer ein Doppelzimmer geteilt. Und privat so viel miteinander erlebt. Alle vermissen ihn.“

Ein verschworener Haufen und weite Anreisen

Raimond Aumann, 1990 zweiter Torhüter der Mannschaft, beschrieb das Treffen als „wie ein Klassentreffen“ und betonte: „Wir waren ein verschworener Haufen, der Big Boss war der Franz. Dieser WM-Titel wird uns ein Leben lang verbinden.“ Besonders weither kam Jürgen Klinsmann, der extra aus seiner Wahlheimat Kalifornien angereist war. „Wir nutzen jede Gelegenheit, uns zu sehen“, sagte Klinsmann, „es ist immer wunderschön, macht großen Spaß, in dieser Runde zusammenzukommen.“

Der Film gewinnt durch authentische, private Videoaufzeichnungen von Torwarttrainer Sepp Maier und Torhüter Bodo Illgner an Lebendigkeit. Matthäus hob hervor, dass der Film nicht nur den sportlichen Erfolg dokumentiere, sondern auch all jenen Menschen gewidmet sei, die im Hintergrund zum Triumph beigetragen hatten – vom Busfahrer bis zum Koch.

Nach der offiziellen Premiere setzten die Helden von 1990 den Abend in VIP-Räumen des Kinos und an der Hotelbar des Vier Jahreszeiten Kempinski fort – eine magische Nacht in München, die die besondere Verbundenheit dieser legendären Mannschaft erneut unterstrich.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration