Fußball-WM in den USA: Transportkosten explodieren - Stadionfahrt für 150 Dollar
WM-Transportkosten explodieren: 150 Dollar für Stadionfahrt

Fußball-WM in den USA lässt Transportpreise explodieren

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA führt zu massiven Preissteigerungen im öffentlichen Nahverkehr. Besonders betroffen sind Städte wie New York und Boston, wo die Kosten für den Transport zu den WM-Stadien um ein Vielfaches höher liegen als im Normalbetrieb. Fans und Verbraucherschützer kritisieren die Entwicklung scharf und fordern faire Bedingungen.

New York: Zehnfacher Preis für Stadionfahrt

In New York müssen WM-Besucher für die 30-minütige Zugfahrt von Manhattan zum MetLife Stadium in New Jersey und zurück während des Turniers 150 US-Dollar (rund 127 Euro) bezahlen. Das teilte der Verkehrsbetrieb New Jersey Transit mit. Zum Vergleich: Normalerweise kostet diese Strecke lediglich 12,90 Dollar. Damit liegt der Preis mehr als zehnmal so hoch wie üblich. Ermäßigungen für Kinder oder Rentner sind nicht vorgesehen – alle Fahrgäste zahlen den vollen Betrag.

Zusätzlich zu den Transportkosten fallen auch Parkgebühren ins Gewicht: Ein Parkticket im benachbarten Einkaufszentrum ist für 225 Dollar (191 Euro) erhältlich. Das MetLife Stadium ist ein zentraler Spielort der WM, unter anderem mit einem Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Ecuador am 25. Juni sowie Partien von Frankreich und England.

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Boston und andere Städte folgen dem Trend

Auch in anderen US-amerikanischen WM-Städten sehen die Transportkosten ähnlich hoch aus. In Boston werden für eine Hin- und Rückfahrt mit dem Bus zum Stadion 95 US-Dollar fällig, die Bahn kostet 80 Dollar. Diese Preise stehen in starkem Kontrast zu früheren Großereignissen: Bei der WM 2022 in Katar und der EM 2024 in Deutschland konnten Fans mit einem Spielticket den öffentlichen Nahverkehr kostenlos nutzen.

Fans und Verbände protestieren lautstark

Thomas Concannon von der britischen Fanvertretung Football Supporters' Association (FSA) bezeichnete die Preise gegenüber der BBC als „astronomisch“ und kommentierte: „Im Moment könnten sich die Fans nicht unwillkommener fühlen.“ Bereits Ende März hatten die europäische Verbraucherorganisation Euroconsumers und das Fannetzwerk Football Supporters Europe bei der Europäischen Kommission Beschwerde gegen den Weltverband FIFA eingereicht – unter anderem wegen zu hoher Ticketpreise. Eine Sprecherin verwies darauf, dass Tickets für das WM-Finale ab 4000 US-Dollar (knapp 3500 Euro) aufwärts kosten.

Die Kritik richtet sich gegen die Monopolstellung der FIFA, die es dem Verband ermögliche, Fans überhöhte Preise und unfaire Bedingungen aufzuzwingen. New Jerseys Gouverneurin Mikie Sherrill hatte die FIFA aufgefordert, die Nahverkehrskosten für Fans zu übernehmen. Die FIFA wies dies zurück und erklärte, es sei „kein anderes Großereignis“ im MetLife Stadium bekannt, „bei dem die Veranstalter verpflichtet waren, den Fantransport zu bezahlen“.

Hintergrund und vergleichende Betrachtung

Die massiven Preissteigerungen werfen Fragen zur Erschwinglichkeit von Sportereignissen auf. Während frühere Turniere wie in Deutschland oder Katar kostenlosen Nahverkehr für Ticketinhaber boten, setzen die USA auf ein kommerzielles Modell. Dies könnte insbesondere internationale Fans aus Europa und anderen Regionen abschrecken, die bereits mit hohen Reise- und Unterkunftskosten konfrontiert sind.

Die Debatte um die Transportkosten ist Teil einer größeren Diskussion über die Kommerzialisierung des Fußballs. Verbraucherschützer fordern transparentere Preisgestaltungen und mehr Rücksicht auf die finanziellen Möglichkeiten der Fans. Ob die FIFA oder lokale Veranstalter auf die Kritik reagieren werden, bleibt abzuwarten. Für viele WM-Interessierte dürften die hohen Kosten jedoch ein entscheidender Faktor bei der Entscheidung für oder gegen einen Stadionbesuch sein.

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