VfL Wolfsburg in der sportlichen Talfahrt: Trainer-Diskussion wird verneint
Die Situation beim VfL Wolfsburg spitzt sich dramatisch zu. Aus den vergangenen fünf Bundesliga-Spielen konnte der Traditionsverein lediglich einen einzigen Punkt erringen – ein überraschendes 2:2 beim Auswärtsspiel in Leipzig. In der gesamten Rückrunde gelang noch kein einziger Sieg, zuletzt folgte eine bittere 2:3-Heimniederlage gegen den FC Augsburg. Die Abstiegsgefahr ist real und allgegenwärtig.
Vereinsführung stellt sich hinter Trainer Daniel Bauer
Angesichts der prekären Lage stellen sich viele Fans die brennende Frage: Wird jetzt der zweite Trainer in dieser Saison entlassen? Die Antwort von Geschäftsführer Sport Peter Christiansen fällt eindeutig aus: „Es gibt keine Trainer-Diskussion. Wir können nicht sagen, dass die Dinge an Daniel Bauer liegen. Es ist der ganze Verein.“ Der 51-jährige Däne betont nachdrücklich: „Wir wollen mit Daniel Bauer weitermachen. Wir sehen, was er macht, seitdem er da ist.“
Daniel Bauer, der im November 2025 den entlassenen Paul Simonis beerbte, erhält jedoch keine uneingeschränkte Job-Garantie für die komplette Saison. Christiansen räumt ein: „Das kann niemand sagen. Aber das ist der Plan.“ Die Entscheidung für die weitere Zusammenarbeit scheint somit gefallen, bleibt aber an die sportliche Entwicklung geknüpft.
Sportliche Misere und interne Kritik an der Führung
Interessanterweise steht nicht nur der Trainer im Fokus der Kritik. Peter Christiansen selbst gerät zunehmend unter Druck – sowohl extern als auch innerhalb des Vereins. Mit seiner Amtsübernahme im Sommer 2024 sollte er den kriselnden Klub stabilisieren und zurück in das internationale Geschäft führen. Dieses Ziel wurde klar verfehlt. Ganz im Gegenteil: Die aktuelle Situation erscheint schlimmer denn je.
Unter Christiansens Führung wurden bereits zwei Trainer – Ralph Hasenhüttl und Paul Simonis – sowie Sportdirektor Sebastian Schindzielorz ausgetauscht, alles ohne den gewünschten sportlichen Erfolg. Hinzu kommt ein miserabel zusammengestellter Kader, der ebenfalls Christiansens Handschrift trägt. Als Geschäftsführer Sport hat er die entscheidende Macht, Transfers zu verhindern oder abzunicken.
Ein besonders deutliches Sinnbild für die problematische Transferpolitik ist der Brasilianer Vini Souza. Der 26-Jährige wurde im Sommer für 15 Millionen Euro vom englischen Zweitligisten Sheffield United verpflichtet und als Zweikampf- und Mentalitätsspieler angepriesen. Statt zum Stammspieler zu avancieren, ist er jedoch zum Bankdrücker geworden. Trainer Bauer kommentiert nüchtern: „Vini hatte in der Rückrunde seine Chancen. Und hat sie nicht genutzt.“
Rückendeckung vom Aufsichtsrat – aber wie lange noch?
Auch für Christiansen, dessen Vertrag bis Ende Januar 2027 läuft, gibt es derzeit noch offizielle Unterstützung von höchster Stelle. Aufsichtsratschef Sebastian Rudolph erklärte vor einer Woche: „Peter Christiansen hat unser volles Vertrauen. Wir sind überzeugt, dass wir in dieser Konstellation in die Erfolgsspur zurückkehren.“ Christiansen selbst beteuert: „Ich gebe nicht auf und werde jeden Tag mein Bestes geben.“
Bislang reichen diese Bemühungen jedoch nicht aus, um die sportliche Talfahrt zu stoppen. Die Abstiegsgefahr bleibt akut, und die Geduld der Fans sowie der Verantwortlichen wird weiter auf eine harte Probe gestellt. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob die Rückendeckung für Trainer Bauer und Geschäftsführer Christiansen tatsächlich von Dauer ist oder ob doch noch personelle Konsequenzen gezogen werden müssen.



