VfL Wolfsburg: Ex-Nationalspieler Schwegler wechselt auf die Bank, um Trainer Hecking zu schützen
Wolfsburg: Schwegler wechselt auf Bank, um Hecking zu schützen

Ungewöhnliche Maßnahme im Abstiegskampf: Ex-Nationalspieler wechselt auf die Bank

Der VfL Wolfsburg ergreift in der verzweifelten Lage des Abstiegskampfes eine bemerkenswerte Personalmaßnahme. Um den ersten Abstieg in der Vereinsgeschichte zu verhindern, hat der Bundesligist nicht nur mit Dieter Hecking (61) einen erfahrenen Trainer verpflichtet, sondern vollzieht nun auch einen internen Wechsel von besonderer Symbolkraft.

Von der Tribüne direkt neben den Trainer

Sportdirektor Pirmin Schwegler (39), der seit seinem Amtsantritt im Dezember stets auf der Tribüne Platz genommen hatte, wird ab dem anstehenden Spiel gegen Hoffenheim seinen Platz auf der Auswechselbank einnehmen. Der ehemalige Schweizer Nationalspieler soll dabei eine ganz spezielle Schutzfunktion übernehmen – er wird Trainer Dieter Hecking vor möglichen Schiedsrichter-Verwarnungen bewahren.

„Ich habe mit Dieter gesprochen und ihn gefragt, ob er mich gerne mit auf der Bank hätte. Da kam ganz klar von Dieter, dass es ihm und uns allen hilft. Dementsprechend passen wir es an“, erläutert Schwegler die ungewöhnliche Entscheidung. Besonders interessant ist dabei die Begründung: „Ich glaube, VAR, vierter Offizieller und Dieter Hecking passen nicht immer“, so der Sportdirektor.

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Heckings Fokus bleibt auf dem Spielfeld

Für den erfahrenen Trainer Hecking stellt diese Maßnahme eine wichtige Entlastung im Kampf um den Klassenerhalt dar. „Ich habe meinen Fokus auf das Spiel zu legen und auf das, was auf dem Platz passiert. Und nicht auf das, was nebendran passiert“, erklärt der 61-Jährige. „Es gibt in den letzten Wochen so viele Diskussionen bei Schiedsrichter-Entscheidungen. Wenn du dann als Cheftrainer auch noch in diese Diskussion mit einsteigst, bist du abgelenkt von dem, was auf dem Platz passiert ist.“

Die Vorteile dieser unkonventionellen Lösung beschreibt Hecking detailliert: „So hat der vierte Offizielle eine Bezugsperson auf der Bank, wo er weiß, dass die auch Aussagekraft hat. Also jemanden, der in einer ruhigen und sachlichen Art versucht, kurz zu intervenieren. Dann bin ich da raus und laufe nicht Gefahr, Gelb zu kriegen.“

Ruhe für die Mannschaft und weitere Personalentscheidungen

Ein weiterer positiver Effekt dieser Maßnahme betrifft die Mannschaftspsychologie: „Es ist hilfreich, dass dann auch Ruhe auf die Mannschaft übertragen wird und nicht draußen einer mit Gelb-Verwarnung rumläuft und jede Aktion des Schiedsrichters versucht zu beurteilen“, so Hecking weiter.

Parallel zu dieser ungewöhnlichen Bank-Besetzung hat der VfL Wolfsburg weitere Personalentscheidungen getroffen. Die Position des gefeuerten Geschäftsführers Sport, Peter Christiansen (51), wird bis zum Sommer nicht nachbesetzt. Stattdessen wird, wie bereits berichtet, Aufsichtsratsmitglied und Ex-Profi-Keeper Diego Benaglio (42) bis Saisonende unterstützend mehr Einfluss nehmen.

Aufsichtsratschef Sebastian Rudolph erläutert: „Er behält seine Funktion als Aufsichtsrat bei, wird aber mit seiner sportlichen Expertise als Bindeglied agieren. Er wird Dinge vorantreiben und Dinge abnehmen.“ In einer weiteren klaren Entscheidung bleibt Maximilian Arnold (31) als Mannschaftskapitän im Amt.

Diese Maßnahmen zeigen, wie ernst die Situation beim VfL Wolfsburg ist und mit welcher Kreativität der Verein versucht, den drohenden Abstieg doch noch abzuwenden. Ob die ungewöhnliche Bank-Besetzung mit Sportdirektor Schwegler als „Schutzschild“ für Trainer Hecking den gewünschten Erfolg bringt, wird sich in den verbleibenden Spielen der Saison zeigen.

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