Wolfsburger Abstiegskampf nimmt bedrohliche Formen an
Die Krise des VfL Wolfsburg hat sich am Wochenende weiter zugespitzt. Die Niedersachsen unterlagen dem FC Augsburg in einem dramatischen Spiel mit 2:3, obwohl sie zweimal in Führung gelegen hatten. Diese Niederlage bedeutet das sechste Spiel in Serie ohne Sieg für die Mannschaft von Trainer Daniel Bauer.
Historisch schlechte Platzierung nach 23 Spieltagen
Noch nie in der Bundesliga-Geschichte stand der VfL Wolfsburg nach 23 Spieltagen so schlecht da wie aktuell. Die Wölfe sind in der gesamten Rückrunde weiterhin ohne Sieg geblieben und können am kommenden Sonntag sogar auf den direkten Relegationsplatz abrutschen. Der Abstiegskampf hat für den einstigen Deutschen Meister eine neue, bedrohliche Dimension erreicht.
Yannick Gerhardt brachte Wolfsburg in der 41. Minute mit einem Kopfball in Führung, nachdem Christian Eriksen den Ball vorbereitet hatte. Doch der FC Augsburg zeigte sich kämpferisch und drehte das Spiel in der Schlussphase. Rodrigo Ribeiro erzielte in der 59. Minute sein erstes Tor für den FCA zum Ausgleich.
Emotionale Achterbahnfahrt in der Schlussphase
Kento Shiogai schien Wolfsburg in der 71. Minute mit seinem Treffer erneut zum Sieg zu führen, doch dann folgte der dramatische Einbruch. Denis Vavro leistete sich einen folgenschweren Blackout, als er den Ball im eigenen Strafraum unbedrängt mit der Hand klärte. Michael Gregoritsch verwandelte den daraus resultierenden Elfmeter in der 87. Minute zum 2:2.
In der Nachspielzeit vollendete Elvis Rexhbecaj dann die Wende für Augsburg mit dem 3:2-Siegtreffer. Der FC Augsburg entfernt sich mit diesem wichtigen Auswärtssieg weiter von der Abstiegszone, während sich die Sorgen in Wolfsburg massiv vergrößern.
Sportdirektor Schwegler steht weiter hinter Trainer Bauer
VfL-Sportdirektor Pirmin Schwegler hatte sich vor dem Spiel noch deutlich hinter Trainer Daniel Bauer gestellt. "Die Entscheidung für Daniel Bauer kam aus Überzeugung, und diese Überzeugung ist weiterhin da", betonte Schwegler. "Von daher stellt sich die Frage eines Trainerwechsels aktuell nicht."
Bauer selbst hatte ein "zähes Spiel" erwartet und sollte damit recht behalten. Beide Mannschaften zeigten sich zunächst vorsichtig, wobei die Augsburger etwas mehr Druck ausübten. Nach dem überraschenden Punktgewinn bei RB Leipzig (2:2) in der Vorwoche hatte Wolfsburg Hoffnung geschöpft, doch es mangelte erneut an Kreativität und Durchschlagskraft im Offensivspiel.
Debütant Ribeiro sorgt für Augsburger Aufholjagd
Bei seinem Startelf-Debüt für den FC Augsburg erzielte Rodrigo Ribeiro den wichtigen Ausgleichstreffer. Alexis Claude-Maurice schickte den Stürmer aus zentraler Position in den Wolfsburger Strafraum, wo Torhüter Kamil Grabara den Einschlag nicht mehr verhindern konnte. Dieser Treffer gab den Augsburgern neuen Schwung und Selbstvertrauen für die Schlussphase.
Die dramatische Niederlage bedeutet für Wolfsburg nicht nur sportliche Rückschläge, sondern auch psychologische Belastungen. Die Mannschaft muss nun in den verbleibenden Spielen der Saison zeigen, ob sie die Kraft für den Kampf um den Klassenerhalt aufbringen kann. Die nächsten Wochen werden entscheidend sein für die Zukunft des Vereins in der Bundesliga.



