Wontorra kontert Kovac scharf nach BVB-Pleite
Die Causa Nico Schlotterbeck bleibt auch nach der offiziellen Vertragsverlängerung des Innenverteidigers bei Borussia Dortmund das beherrschende Thema. Nach der 0:1-Heimpleite gegen Bayer Leverkusen am 11. April 2026 entzündete sich erneut eine hitzige Diskussion – diesmal zwischen DAZN-Moderatorin Laura Wontorra und BVB-Trainer Niko Kovac.
Die umstrittene Ausstiegsklausel
Im Mittelpunkt steht eine spezielle Klausel im neuen Vertrag von Schlotterbeck, der sich bis 2031 an den BVB gebunden hat. Laut Informationen soll diese Ausstiegsklausel zwischen 50 und 60 Millionen Euro liegen und bereits im kommenden Sommer für ausgewählte Vereine aktiv werden können. Das bedeutet: Nur wenige Monate nach der feierlichen Vertragsunterzeichnung könnte der Nationalspieler den Verein bereits wieder verlassen.
Diese Unsicherheit spiegelt sich auch in der Stimmung im Signal Iduna Park wider. Bei der Mannschaftsaufstellung vor dem Leverkusen-Spiel und während Schlotterbecks Ballbesitzphasen waren vereinzelte Pfiffe aus den Reihen der Fans zu vernehmen – ein ungewöhnlicher Vorgang für einen Stammspieler.
Das explosive Interview-Duell
Laura Wontorra ließ in ihrem Post-Match-Interview mit Niko Kovac keine Gelegenheit aus, direkt auf den Punkt zu kommen. „Können Sie die Klausel bestätigen oder dementieren?“, fragte die 37-jährige Moderatorin den 54-jährigen Trainer unverblümt.
Was folgte, war ein verbaler Schlagabtausch mit scharfen Konters. Kovac wich zunächst aus und scherzte: „Ich kenn ja nicht mal meinen Vertrag so richtig.“ Doch Wontorra blieb hartnäckig: „Das ist auch gut, wer macht ihre Verträge?“
Als Kovac erwiderte: „Natürlich mein Berater“, konterte die DAZN-Moderatorin schlagfertig: „Ich hab auch einen Berater – ich kenne meine Verträge trotzdem!“ Kovac musste kleinlaut einräumen: „Dann sind Sie weiter als ich.“
Kovacs Versuch der Deeskalation
Der BVB-Trainer versuchte im weiteren Gesprächsverlauf, die aufgeheizte Stimmung zu beruhigen. „Aber ich muss ganz ehrlich sagen, Frau Wontorra – oder Laura: Es wird ja auch von außen reingetragen, es wird ja auch aufgebauscht. Ich verstehe das auch. Aber wir sind total entspannt gewesen. Niemand von uns hat den Schlotti unter Druck gesetzt. Alles nicht so heiß, wie es gemacht wird.“
Bereits zuvor hatte Kovac die Pfiffe gegen Schlotterbeck kritisiert: „Natürlich geht sowas nicht. Er ist ein Borusse, wir alle sind Borussen, die hier im Stadion sind. Jeder einzelne Spieler braucht die Unterstützung der Fans. Ich glaube auch nicht, dass es der Großteil im Stadion war. Aber trotzdem, das geht nicht.“
Nachspiel und Medienboykott
Interessant ist die Reaktion des Vereins und des Spielers nach dem denkwürdigen Spiel. Sowohl Borussia Dortmund als auch Nico Schlotterbeck selbst sagten sämtliche geplanten TV-Interviews kurzfristig ab – ein Zeichen dafür, wie sensibel das Thema innerhalb des Clubs behandelt wird.
Die Diskussion um Schlotterbecks Vertragsdetails und die Reaktionen darauf zeigen einmal mehr, wie sehr Vertragsangelegenheiten in der modernen Fußballwelt die sportlichen Ereignisse überlagern können. Wontorras hartnäckige Befragung und Kovacs teils ausweichende Antworten lieferten dabei ein Lehrstück für Sportjournalismus im Spannungsfeld zwischen Aufklärung und Vereinsinteressen.



