Preußens Neu-Stürmer Yamada: Freundschaftsduell im Überlebenskampf der Zweiten Liga
Natürlich kennt Shin Yamada Düsseldorf. Wie fast alle seine Landsleute, die in Deutschland leben. Schließlich beherbergt die Rheinmetropole die drittgrößte japanische Community Europas. Erst am vergangenen trainingsfreien Sonntag war Münsters asiatischer Angreifer dort zu Besuch bei Freunden. Morgen fährt er schon wieder hin – diesmal allerdings dienstlich. Und mit dem klaren Auftrag, möglichst drei wichtige Punkte für den Zweitliga-Klassenerhalt einzusacken.
Ein emotionales Aufeinandertreffen alter Freunde
Nach sieben sieglosen Spielen in Serie müssen die „Schwarz-Weiß-Grünen“ am Freitagabend im Keller-Duell bei der Fortuna endlich den ersten Erfolg im neuen Fußballjahr 2026 einfahren. Ziel ist es, Relegationsrang 16 zu verlassen und nicht frühzeitig den Anschluss ans Tabellenmittelfeld zu verspielen.
Für Yamada, der in der Winterpause vom schottischen Erstligisten Celtic Glasgow ausgeliehen wurde, ist es eine ganz besondere Partie. Schließlich spielt mit Satoshi Tanaka einer seiner besten Freunde für die Gastgeber. Dieser wurde ebenfalls erst vor der Rückrunde vom japanischen Klub Sanfrecce Hiroshima verpflichtet und hat einen Vertrag bis 2030.
Yamada über den zweikampfstarken Mittelfeldspieler: „Wir telefonieren häufig und tauschen uns regelmäßig aus. Bei Satoshi war ich auch am vergangenen Wochenende. Wir waren zusammen mit Shuto Machino, der für Gladbach kickt, in Düsseldorf zum Essen und Quatschen verabredet.“ Alle drei Spieler gehören übrigens auch zum aktuellen Kader der japanischen Nationalmannschaft.
Voller Fokus auf den sportlichen Erfolg
Yamada gegen Tanaka – beim Überlebenskampf unter Flutlicht in der Merkur Spiel-Arena werden die Gemeinsamkeiten natürlich ausgeblendet. Münsters flinker Stürmer zeigt sich ehrgeizig: „Da bin ich voll fokussiert, will unbedingt gewinnen und dazu beitragen, dass wir uns für unseren Aufwand belohnen.“
Was schwer genug werden dürfte. Immerhin konnte Fortuna die letzten drei Heimspiele allesamt für sich entscheiden. Während Preußen neben Nürnberg und Bielefeld nach wie vor das schwächste Auswärtsteam im deutschen Fußball-Unterhaus ist.
Trotzdem glaubt Yamada an die Wende zum Guten. „Wir trainieren sehr intensiv, die Arbeit macht Spaß und die Stimmung in der Truppe ist positiv. Wir werden unser Ziel erreichen. In Düsseldorf und auch am Saisonende.“
Privates Glück und sportliche Herausforderungen
Ebenfalls wichtig für sein gutes Gefühl: Vor zwei Tagen ist endlich auch seine Frau in Münster eingetroffen und zu ihm ins Hotel gezogen. Yamada grinsend: „Sie hat genau wie ich große Augen über die vielen Fahrräder in der Stadt gemacht. Aber uns gefällt's hier richtig gut.“
Bislang wurde der Mann aus Yokohama von Chefcoach Alexander Ende nur zweimal kurz eingewechselt. Für 17 Minuten beim 1:1 in Nürnberg und für fünf Minuten beim Heim-1:1 gegen Bochum. Dennoch sehen die „Adlerträger“ in ihrem Japaner weit mehr als nur einen Joker.
Sportdirektor Jan Uphues lobt: „Shin ist ein flinker Spieler, der sich gut in den Zwischenräumen bewegt, hoch attackiert und ein prima Gespür für die Situation hat. Wären wir nicht überzeugt davon, dass er uns weiterhelfen kann, hätten wir ihn sicherlich nicht an die Hammer Straße geholt.“ Vielleicht bekommt Yamada ja schon in Düsseldorf – vor rund 7000 mitgereisten Preußen-Fans – die Chancen, mehr von seinem Können zu zeigen.
Personelle Entscheidungen in der Defensive
Jetzt schon klar ist, dass auch Abwehrspieler Mikkel Kirkeskov wieder zum Spieltagskader gehört. Nachdem der dänische Linksverteidiger zuletzt wegen einer leichten Wadenzerrung gegen den VfL Bochum kurzfristig passen musste, hat er seine Probleme inzwischen auskuriert.
Kirkeskov bestätigt: „Ich konnte während der Woche das volle Trainingsprogramm mitmachen, bin fit und einsatzbereit.“ Allerdings ist nicht auszuschließen, dass Marco Meyerhöfer von Trainer Ende zunächst den Vorzug erhält. Der Kirkeskov-Vertreter, dessen Stammposition eigentlich hinten rechts ist, zeigte gegen Bochum einen starken Auftritt auf der linken Seite und hat sich durchaus eine neue Chance verdient.
Mit etwa 15.000 Japanerinnen und Japanern, die in und um Düsseldorf leben, prägt die pulsierende Community das Stadtbild und schafft eine besondere Atmosphäre für dieses außergewöhnliche Freundschaftsduell auf dem Fußballplatz.



