Von Phelps zu Fury: Simon Zachenhubers ungewöhnlicher Weg zum Box-Event in London
Zachenhubers Box-Karriere: Von Phelps inspiriert zu Fury-Event

Von der Badehose zum Boxring: Zachenhubers außergewöhnliche Sportkarriere

Als Zehnjähriger hielt Simon Zachenhuber ein Referat über Schwimmlegende Michael Phelps und beschloss: „So will ich auch sein!“ Heute, 17 Jahre später, steht der 27-jährige Erdinger nicht im Schwimmbecken, sondern bereitet sich auf den größten Kampf seiner Boxkarriere vor. Am 11. April wird er im Vorprogramm von Tyson Furys Comeback-Kampf gegen Arslanbek Makhmudov vor 60.000 Fans im Londoner Tottenham Hotspur Stadium antreten.

Inspiration durch Sportikonen

Zachenhubers Weg zum Profiboxen wurde von verschiedenen Sportvorbildern geprägt. Nach der Faszination für Michael Phelps, der bei den Olympischen Spielen 2008 seinen Durchbruch feierte, entdeckte der junge Athlet seine Leidenschaft für den Boxsport durch die Klitschko-Brüder. „Ich habe mir jeden Abend eine Doku über die beiden angeschaut“, erinnert sich Zachenhuber. Die entscheidende Erkenntnis, die er aus beiden Sportkarrieren zog: „Es geht nur über hartes, häufiges Training.“

Diese Einstellung trägt ihn nun auf die größte Bühne seiner Karriere. Sein Gegner im Supermittelgewicht wird der Brite Pawel August (30). „Für mich hat dieser Kampf eine große Bedeutung. Wenn ich gewinne, kann viel Positives passieren“, erklärt Zachenhuber. Ein Sieg könnte ihm den Weg zu einer WM-Chance ebnen.

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Perfekte Bilanz und familiärer Hintergrund

Der Deutsche blickt auf eine beeindruckende Statistik zurück: 28 Profikämpfe, 28 Siege. Bei den Weltverbänden WBO und IBF ist er in den Top-10 gelistet, beim unabhängigen Portal „BoxRec“ auf Platz 14. Sein Erfolgstrainer Conny Mittermeier erkannte früh das Potenzial: „Ich habe schnell gesehen, dass bei ihm Talent und Trainingsfleiß da sind, dass er sehr hungrig ist, etwas zu lernen, und willensstark.“

Die sportliche Prägung erhielt Zachenhuber bereits in der Familie. Sein leiblicher Vater Hans Wolf war Radrennfahrer im Halbprofi-Bereich und spezialisiert auf das anspruchsvolle Bergfahren. „Diese Willensstärke, diese Sportbegeisterung habe ich sicherlich von meinem Vater“, sagt Zachenhuber. Obwohl sein Vater kurz nach dessen Geburt beim Drachenfliegen verunglückte und seither schwerbehindert ist, konnte er zwei Kämpfe seines Sohnes live miterleben.

Auch von seiner Mutter Rosi und Stiefvater Karl Iwainski-Zachenhuber, der aus dem Schwimmsport kommt, übernahm er viel. „Am Frühstückstisch ging es bei uns immer auch um Sport“, erinnert sich der Boxer. Seine Schwestern betrieben ebenfalls Leistungssport – eine im Schwimmen und Modernen Fünfkampf, die andere brach sogar Altersklassenrekorde von Franziska von Almsick.

Vom Schwimmen zum Profiboxen

Zachenhubers sportliche Entwicklung verlief ungewöhnlich: Vom Schwimmen und Modernen Fünfkampf wechselte er zum Kickboxen, wo er als Amateur an Weltmeisterschaften teilnahm und World Cups gewann. Schließlich fand er seine größte Leidenschaft im Boxen. „Für mich ist es eine schöne, ganz filigrane Sportart. Aber auch kombiniert mit diesem Brachialen, mit dem harten Körperlichen, mit der Kondition“, schwärmt er. „Und dann dieses Schach mit den Fäusten, dieses Vorausplanen.“

Die Grundfitness, Kondition und Koordination, die er durch das Schwimmen erlernte, helfen ihm bis heute im Ring. Vor acht Jahren trafen Zachenhuber und Trainer Mittermeier eine wegweisende Entscheidung: Statt einen Olympia-Zyklus als Amateur mitzunehmen, stieg der Athlet direkt ins Profigeschäft ein. „Die Entscheidung fiel schweren Herzens“, gesteht Zachenhuber, „aber wahrscheinlich bin ich heute ein besserer Profi.“

Historischer Moment in London

Der Kampf in London markiert nicht nur einen Karrierehöhepunkt für Zachenhuber, sondern bietet auch unschätzbare Erfahrungen. Die Veranstaltung wird auf Netflix übertragen und verspricht internationale Aufmerksamkeit. „An diesem Tag bündelt sich all die Arbeit, die mein Trainer Conny und ich in meine Karriere gesteckt haben“, sagt der Boxer.

Mit seiner perfekten Bilanz und der Inspiration durch Sportlegenden wie Phelps und die Klitschkos steht Simon Zachenhuber nun vor der Chance, sich in die Annalen des deutschen Profiboxens einzutragen. Die 60.000 Zuschauer im Tottenham Stadium werden Zeugen eines potenziellen Karriere-Durchbruchs für den talentierten Deutschen.

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