HSV gegen Werder: ZDF-Expertin Kromp fordert VAR-Einführung im Frauenfußball nach umstrittenem Derby
ZDF-Fritzy fordert VAR für Frauenfußball nach Derby-Ärger

Nord-Derby sorgt für VAR-Debatte im Frauenfußball

Das Nord-Derby zwischen den Frauen von Werder Bremen und dem HSV endete mit einem 1:1-Unentschieden, doch die eigentliche Hauptrolle spielten die umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidungen. Drei Elfmeter-Situationen, eine Gelb-Rote Karte und zahlreiche hitzige Diskussionen prägten das Spiel, das aus neutraler Sicht zwar beste Unterhaltung bot, die Beteiligten aber an ihre Nervengrenzen brachte.

Umstrittene Elfmeter-Entscheidungen dominieren das Spiel

Besonders die beiden Strafstöße für den HSV sorgten für Aufregung. Beim ersten Elfmeter zum 1:0 berührte Werders Abwehrchefin Ulbrich die HSV-Stürmerin Brunnthaler nur minimal am Rücken – eine Situation, die für viele Experten eigentlich nicht strafbar gewesen wäre. Schiedsrichterin Karoline Wacker entschied dennoch auf Strafstoß.

„Dass es zur Sache geht, gehört zu einem Derby dazu. Trotzdem hätte ich mir die eine oder andere Entscheidung anders gewünscht“, kommentierte Werder-Trainerin Fritzy Kromp nach dem Spiel. Die 41-jährige ZDF-Expertin zeigte sich besonders vom zweiten HSV-Elfmeter genervt, den Werder-Schlussfrau Maria El Sherif zwar halten konnte, der ihrer Meinung nach aber ebenfalls nicht hätte gegeben werden dürfen.

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Kromp fordert Videobeweis für Frauenfußball

In ihrer Analyse nach dem Spiel wurde Kromp deutlich: „Mit ein bisschen Abstand wird man zur Erkenntnis kommen, dass der Videobeweis auch im Frauenfußball sinnvoll ist. Er hätte das Spiel heute sicherlich fairer gemacht, ich hätte ihn mir gewünscht. Wir sehen bei den Männern, dass es funktioniert. Es hilft auch den Schiedsrichtern.“

Kurioserweise wurde die klarste Elfmeter-Situation des Spiels überhaupt nicht gepfiffen: Werder-Stürmerin Mara Albers wurde im Strafraum gefoult, doch die Schiedsrichterin blieb stumm. Dafür sorgte der Ausgleichs-Elfmeter für weiteren Diskussionsstoff, als sich Larissa Mühlhaus nach minimalem Kontakt fallen ließ.

Emotionen kochen hoch – Gelbe Karten für Trainerinnen

Die vielen strittigen Situationen und der daraus resultierende Ärger führten dazu, dass beide Trainerinnen Gelbe Karten sahen. Die bereits ausgewechselte Werder-Kapitänin Lina Hausicke erhielt sogar in der Nachspielzeit (90.+3.) noch Gelb-Rot.

Eine zeitnahe Einführung des VAR im Frauenfußball erscheint jedoch unwahrscheinlich. Viele Teams spielen noch in kleineren Stadien, in denen eine technische Installation des Videobeweissystems kaum möglich sein dürfte. Damit sind weitere hitzige Schiedsrichter-Diskussionen in Zukunft wohl vorprogrammiert.

Das Derby hat einmal mehr gezeigt, wie emotional und intensiv der Frauenfußball inzwischen ist – und wie sehr die Debatte um faire Entscheidungen auch in der Frauen-Bundesliga angekommen ist.

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