Zopf-Rot in München: Kett trifft und fliegt gegen Barcelona
Zopf-Rot: Kett trifft und fliegt gegen Barcelona

Das kann doch wohl nicht Haar sein! Schon wieder gibt es Zopf-Zoff bei einem großen Spiel im deutschen Frauenfußball. Beim EM-Viertelfinale im vergangenen Sommer war DFB-Verteidigerin Kathy Hendrich gegen Frankreich vom Platz geflogen, nachdem sie sich in der Frisur ihrer Gegenspielerin verfangen hatte. Und nun passiert es den Bayern. Nationalspielerin Franziska Kett sieht im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Barcelona Zopf-Rot.

Kett: Erst Tor, dann Rot

Die 79. Minute in der Allianz-Arena: Die starke Kett greift bei einem Zweikampf an der Seitenlinie Barca-Spielerin Salma Paralluelo in die langen Haare. Schiedsrichterin Ivana Martincic gibt Rot. Der VAR bestätigt die Entscheidung. Auch Bayern-Trainer José Barcala sieht Rot, nachdem er sich über die Entscheidung aufgeregt hatte. Was für ein Aufreger! Dabei lebt der Traum vom Triple für die Fußballerinnen des FC Bayern weiter! In der Bundesliga gerade so früh Meister geworden wie nie, trotzten die Münchnerinnen dem großen FC Barcelona am Samstagabend ein 1:1 ab. Damit bleibt es bei nur einer Saison-Niederlage. Die hatte es im Oktober gegen Barca (1:7) gegeben.

Der Moment, der die Bayern weiter vom Champions-League-Finale träumen lässt: In der 69. Minute kontern die Münchnerinnen über Pernille Harder. Die Dänin spielt von links flach in die Mitte. Klara Bühl lässt den Ball schlau durch. Und die ganz starke Außenverteidigerin Kett schiebt eiskalt ein.

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Ex-Wolfsburgerin Pajor bringt Barcelona in Führung

Der Beginn des Spiels hatte aber anders ausgesehen. Das schnelle Tor zur Führung der Spanierinnen erzielte die frühere Wolfsburgerin Ewa Pajor nach acht Minuten. Die Polin, die in der Heimat als weibliches Pendant zu Bayern-Legende Robert Lewandowski gefeiert wird, verwertete eine Flanke der Holländerin Esmee Brugts, die Giulia Gwinn hatte stehen lassen.

In der Bundesliga in allen Spielen dominant und mit viel Ballbesitz, verlegten sich die Bayern gegen die Tiki-Taka-Kickerinnen lange auf Konter. Die Münchner Defensive stand tief – und bis auf das Gegentor auch sicher. Hinten brannte vor der Pause nicht mehr viel an. Dafür trauten sich die Bayern nach einer guten halben Stunde auch immer mehr in der Offensive. Vor allem über die starke linke Seite mit den Nationalspielerinnen Franziska Kett und Klara Bühl wurde es gefährlich. Außenverteidigerin Kett scheiterte unter den Augen von Bayern-Präsident Herbert Hainer und Ehrenpräsident Uli Hoeneß gleich zweimal an der starken Barca-Torhüterin Cata Coll (35. und 42. Minute).

Putellas schwärmt von Bayern

In der starken Phase bewiesen die Bayern, warum die zweifache Weltfußballerin, Alexia Putellas, so sehr gewarnt hatte. Die Spielmacherin des FC Barcelona hatte vor dem Spiel im exklusiven BILD-Interview gesagt: „Bayern ist ein sehr gefestigtes Team mit einer starken Anzahl an erzielten Toren in der Liga und in der Champions League. Bayern hat Spielerinnen mit großer Qualität in jedem Mannschaftsteil.“

Doch den Trend brachten die Münchnerinnen nicht mit aus der Kabine. Stattdessen dominierte wieder Barcelona. Brugts traf den Pfosten (49.). Pajor scheiterte an Bayern-Torfrau Ena Mahmutovic (57.). Die Bayern konterten nun aber besser – und Kett wurde erst durch ihren Treffer, dann durch ihren Zupfer zur Hauptfigur.

Neuer Zuschauer-Rekord in der Allianz-Arena

Beachtlich: 31.000 Zuschauer kamen zum Spiel. So viele wie nie zuvor bei einem Heimspiel der Bayern-Frauen in der Champions League. Nun braucht Meister Bayern eine ganz starke Leistung, um das Ergebnis im Rückspiel noch umzubiegen. Gespielt wird am 3. Mai im Camp Nou in Barcelona. Auch im Finale des DFB-Pokals stehen die Münchnerinnen noch – am 14. Mai gegen Wolfsburg in Köln.

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