Drittliga-Verzicht: Zwickau und Halle verzichten auf Lizenzantrag trotz sportlicher Chancen
Zwickau und Halle verzichten auf Drittliga-Lizenzantrag

Drittliga-Verzicht: Traditionsvereine Zwickau und Halle treffen wirtschaftliche Entscheidung

Während der 1. FC Lok Leipzig in der Regionalliga Nordost auf Meisterschaftskurs liegt und seine Lizenzunterlagen für die 3. Liga fristgerecht eingereicht hat, gehen zwei weitere Traditionsvereine einen anderen Weg. Sowohl der FSV Zwickau als auch der Hallesche FC haben sich bewusst gegen eine Teilnahme am Zulassungsverfahren für die dritte Liga entschieden, obwohl sie sportlich durchaus Chancen auf den Aufstieg hätten.

FSV Zwickau: Konsolidierung vor sportlichem Ehrgeiz

Der FSV Zwickau, aktuell Tabellenfünfter in der Regionalliga Nordost, sieht sich nach eigenen Angaben noch nicht reif für den Wiederaufstieg in die 3. Liga. Die Westsachsen waren 2023 mit erheblichen finanziellen Lasten in die Regionalliga abgestiegen und befinden sich weiterhin in einer Phase der wirtschaftlichen Konsolidierung.

„Die positive Entwicklung des Vereins in allen Bereichen reicht aus Sicht der Verantwortlichen des FSV Zwickau e.V. aktuell noch nicht aus, um die Drittliga-Lizenz zu beantragen“, erklärte der Klub in einer offiziellen Mitteilung. Die Vereinsführung betonte, dass sie stets die Gesamtsituation und den Schutz des gesamten Vereins im Blick behalten müsse und nicht nur die sportliche Leistung der ersten Mannschaft.

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Sportlich befinde sich der FSV auf einem guten Weg, doch wirtschaftlich berge ein möglicher Aufstieg in die 3. Liga zu hohe Risiken. „Wir hätten unter Umständen die Lizenz erhalten können, aber nur mit hohen und nicht stemmbaren Auflagen sowie Risiken, die wir in diesem Jahr noch nicht eingehen wollen“, so der Verein weiter.

900.000 Euro Verbindlichkeiten werden schrittweise abgebaut

Die aktuellen Verbindlichkeiten des FSV Zwickau belaufen sich auf rund 900.000 Euro. Der Verein betonte, dass diese Schulden Schritt für Schritt abgebaut werden sollen – konsequent und mit Augenmaß. „Wir wollen nichts übers Knie brechen. Nicht um jeden Preis“, hieß es in der Stellungnahme.

Wichtig sei es, bodenständig zu bleiben und sowohl die Mannschaft als auch den Verein insgesamt zu stabilisieren. Im Hintergrund werde alles dafür getan, finanzielle Voraussetzungen zu schaffen, die den Spielern und sportlich Verantwortlichen Jahr für Jahr bessere Möglichkeiten bieten und die Entwicklung der Mannschaft weiter voranbringen.

„Dazu gehört auch das baldige Schaffen der Voraussetzungen für eine Drittliga-Lizenz! Denn eins ist klar: Auf ewig einrichten wollen wir uns in der Regionalliga nicht“, schloss der Verein seine Erklärung.

Hallescher FC folgt dem Beispiel Zwickaus

Neben dem FSV Zwickau verzichtet auch der Hallesche FC auf die Einreichung der Zulassungsunterlagen für die 3. Liga. Der HFC, aktuell Tabellendritter mit elf Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Lok Leipzig, hat sich nach Medienberichten unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie einer realistischen Bewertung der sportlichen Erfolgsaussichten gegen das Einreichen der Unterlagen entschieden.

Während neben Lok Leipzig auch die Verfolger Carl Zeiss Jena und Rot-Weiß Erfurt ihre Zulassungsunterlagen fristgerecht eingereicht haben, zeigen Zwickau und Halle damit eine bemerkenswerte wirtschaftliche Vernunft. Beide Vereine priorisieren die langfristige Stabilität über kurzfristigen sportlichen Erfolg.

Diese Entscheidungen unterstreichen die zunehmende Bedeutung einer soliden wirtschaftlichen Basis im deutschen Profifußball, insbesondere in den unteren Ligen, wo finanzielle Risiken schnell existenzbedrohend werden können.

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