Berliner Füchse krönen sich zum DHB-Pokalsieger 2026
Der deutsche Handball-Meister Füchse Berlin hat sich mit dem zweiten Pokal-Triumph der Vereinsgeschichte für eine enttäuschende Bundesligasaison entschädigt. In einem einseitigen Endspiel beim Final Four in Köln setzten sich die Berliner deutlich mit 42:33 gegen den Überraschungsfinalisten Bergischen HC durch. Der Mitfavorit SC Magdeburg erlebte dagegen ein regelrechtes Alptraum-Wochenende, nachdem er bereits im Halbfinale sensationell ausgeschieden war.
Traum-Duo Gidsel und Andersson führt Berlin zum Sieg
Vor 19.750 Zuschauern in der ausverkauften Lanxess Arena waren die dänischen Nationalspieler Mathias Gidsel und Lasse Andersson die entscheidenden Figuren im Berliner Erfolg. Andersson erzielte zehn Tore, Welthandballer Gidsel traf neunmal und sorgte damit für die offensive Überlegenheit der Hauptstädter. Torwart Dejan Milosavljev wurde mit 13 Paraden bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung in der zweiten Halbzeit zum starken Rückhalt der Mannschaft.
Der Pokalsieg stellt einen versöhnlichen Abschluss für eine schwierige Saison dar, die von der Trennung von Sportvorstand Stefan Kretzschmar und Meistertrainer Jaron Siewert im September überschattet worden war. In der Champions League bleiben die Berliner weiterhin im Rennen um den Titel.
Magdeburgs Traum vom Double platzt brutal
Für den designierten Meister SC Magdeburg endete das Final-Four-Wochenende dagegen mit einer herben Enttäuschung. Der Favorit auf den Doublesieg scheiterte völlig unerwartet im Halbfinale am Bergischen HC im Siebenmeterwerfen und musste sich anschließend im Spiel um Platz drei auch noch dem TBV Lemgo Lippe geschlagen geben. Damit verpasste Magdeburg nicht nur den Pokalsieg, sondern auch das Treppchen komplett.
„Die Enttäuschung ist groß, es tut unheimlich weh. Ich hätte mir an beiden Tagen einen besseren Auftritt von uns gewünscht“, sagte SCM-Trainer Bennet Wiegert nach dem frühen Aus. „Wir müssen jetzt schnellstmöglich versuchen, unseren Weg wiederzufinden. Die traurigen Gesichter der Fans zu sehen, bricht mir das Herz.“
Berlin dominiert Finale von Beginn an
Nach einem hart erkämpften 39:36-Sieg im Halbfinale gegen Lemgo wurde der Hauptstadt-Club seiner Favoritenrolle im Endspiel vollauf gerecht. Nach einer ausgeglichenen Startphase konnten sich die Füchse Mitte der ersten Halbzeit erstmals ein Drei-Tore-Polster verschaffen und zogen bis zur Pause auf fünf Treffer davon.
Neben den dänischen Welt- und Europameistern Andersson und Gidsel zeigte auch Rechtsaußen Hakun West av Teigum mit sechs Treffern eine sichere Wurfhand. In der zweiten Halbzeit hielten die Berliner den tapfer kämpfenden Bergischen HC stets auf sicherer Distanz und ließen keine Spannung mehr aufkommen. Der Vorsprung wuchs kontinuierlich weiter an, bis der verdiente Sieg feststand.
Ein kleiner Trost für den Finalverlierer: Sollten sich die Füchse für die Champions League qualifizieren, rückt der Bergische HC automatisch in die European League nach. Für die Berliner bedeutet der Pokalsieg jedoch vor allem die Bestätigung, trotz aller Turbulenzen in der laufenden Saison weiterhin zur nationalen Spitze zu gehören.



