Empor Rostock II dreht Derby gegen SV Warnemünde und verschärft dessen Krise
Empor Rostock II dreht Derby gegen SV Warnemünde

Empor Rostock II dreht Derby gegen SV Warnemünde und verschärft dessen Krise

In einem spannenden Stadtderby der Handball-Regionalliga Ostsee-Spree hat die zweite Mannschaft des HC Empor Rostock einen bemerkenswerten Sieg eingefahren und dabei die Situation des SV Warnemünde erheblich verschärft. Das Spiel, das über eine Halbzeit lang klar von den Warnemündern dominiert wurde, kippte durch eine taktische Meisterleistung der Rostocker in der zweiten Spielhälfte.

Warnemünde startet stark, verliert aber den Faden

Über die ersten 30 Minuten hinweg sahen die Handballer des SV Warnemünde wie der sichere Sieger aus. Mit einer soliden Abwehr und einem starken Torhüter Fiete Hoffmann, der das Gehäuse regelrecht vernagelte, baute die Mannschaft eine komfortable Führung auf. Zur Pause stand es 16:11 für den SVW, und Trainer Tim Völzke schien mit der Leistung seiner Spieler zufrieden zu sein, warnte sie jedoch davor, sich bereits im Ziel zu wähnen.

„Unsere Abwehr stand, Fiete Hoffmann vernagelte das Tor und vorn wurde auch die taktische Marschroute eingehalten. In der Halbzeit hatte ich meine Leute gewarnt, noch nicht im Ziel zu sein“, erklärte Völzke nach dem Spiel. Diese Worte sollten sich als prophetisch erweisen, denn die zweite Halbzeit verlief völlig anders als erwartet.

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Taktische Umstellung bringt die Wende

Empor-Trainer Tristan Staat reagierte auf die schwache erste Halbzeit seiner Mannschaft mit einer entscheidenden taktischen Neuausrichtung. Statt des bisherigen 6:0-Systems wechselte er zur offensiveren 3:3-Deckung. Diese Veränderung brachte den gewünschten Effekt: Die Rostocker kamen besser in die Zweikämpfe, gewannen an Tempo und unterbrachen den Spielfluss der Warnemünder.

„Durch die offensive Variante haben wir den SVW in viele Zweikämpfe verwickelt und dann richtig Tempo gemacht“, analysierte Staat die erfolgreiche Strategie. Besonders Torhüter Victor Malchow zeigte in der zweiten Hälfte eine herausragende Leistung und parierte zahlreiche Chancen der Gastgeber.

Warnemünde findet keine Antwort

Während Empor immer mehr Druck aufbaute, verlor der SV Warnemünde komplett den Anschluss. Von der 36. Minute an, als es noch 19:13 für die Warnemünder stand, gelangen diesen in den verbleibenden 24 Minuten nur noch vier Treffer. Die Mannschaft fand einfach keine Antwort auf das veränderte Abwehrsystem der Rostocker und ließ sich zunehmend aus dem Konzept bringen.

Tim Völzke musste nach dem Spiel eingestehen: „Bis zu diesem Spielstand hätten wir sogar mit zehn und mehr Toren führen können, ja sogar müssen.“ Doch statt die Führung auszubauen, verpasste seine Mannschaft die entscheidenden Chancen und ließ den Gegner zurück ins Spiel kommen.

Empor zieht den Sieg heraus

Die Wende war endgültig besiegelt, als Empor aus einem 21:19-Rückstand in der 46. Minute innerhalb von nur fünf Minuten auf 25:21 vorgezogen hatte. Die Rostocker nutzten jede kleine und große Unachtsamkeit der Warnemünder eiskalt aus und zeigten dabei eine bemerkenswerte Abgezocktheit.

Am Ende stand ein 29:23-Sieg für Empor Rostock II, der nicht nur die drei Punkte, sondern auch psychologisch von großer Bedeutung war. Für den SV Warnemünde bedeutet diese Niederlage eine weitere Verschärfung der ohnehin schon angespannten Situation in der Regionalliga Ostsee-Spree.

Die Aufstellungen im Überblick

SV Warnemünde: Hoffmann, Lampe, Hintze – M. Hochmuth, Prütz, Mallach (12/1), Jung, Kalbe (2/1), Bardosch (1), Fick (5), Kautz, Walkenhorst, Reiser (1), Staeben

Empor Rostock II: Malchow (2), Helmecke – Horlitz (1), Hauenstein (2), Lexow, Uhl (3/2), H. Harm (3), Orzol (5), P. Steinberg, Wittkopp (5), Bredernitz (1), Saß (1), M. Scheminski (6), Brockmann

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