Bundessportgericht gibt Rhein-Neckar Löwen und TV Hüttenberg Punkte zurück
Handball: Punkte für Löwen und Hüttenberg zurück

Bundessportgericht korrigiert HBL-Entscheidungen im Handball

In einer bedeutenden Entscheidung für den deutschen Handballsport hat das Bundessportgericht die Aberkennung von Siegen für den Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen und den Zweitligisten TV Hüttenberg aufgehoben. Die ursprünglichen Sanktionen des Ligaverbands HBL wurden aufgrund formaler Mängel bei der Rechtsgrundlage kassiert, wie der Deutsche Handballbund (DHB) in einer offiziellen Pressemitteilung bekannt gab.

Formale Verstöße ohne ausreichende Sanktionsgrundlage

Die Kontroverse entzündete sich an fehlenden unterschriebenen Anti-Doping-Schiedsvereinbarungen für jeweils einen Spieler der beiden Vereine. Seit dem 1. Januar dieses Jahres ist diese Vereinbarung eine zwingende Voraussetzung für die Teilnahmeberechtigung am Spielbetrieb. Bei den Rhein-Neckar Löwen fehlte die Vereinbarung für einen Akteur im Spielberichtsbogen des 32:30-Siegs über den TBV Lemgo Lippe, während beim TV Hüttenberg eine unterschriebene Vereinbarung zwar existierte, aber nicht bei der HBL eingereicht war.

Das Bundessportgericht urteilte jedoch, dass aus der HBL-Durchführungsordnung nicht mit der gebotenen Deutlichkeit hervorgeht, dass unter diesen spezifischen Umständen das sportlich erzielte Ergebnis abzuändern ist. Besonders bei den Löwen wurde betont, dass der betroffene Spieler nicht in das Spielgeschehen eingegriffen hatte, was die rechtliche Bewertung zusätzlich beeinflusste.

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Erfolgreiche Einsprüche der Vereine

Sowohl die Mannheimer als auch die Hüttenberger hatten umgehend Einspruch gegen die HBL-Entscheidungen eingelegt. Ihre Argumentation fand beim Bundessportgericht Gehör. Die Kammer stellte klar, dass selbst mehrfache Hinweise der HBL an die Vereine zur Einreichungspflicht der Schiedsvereinbarungen nicht ausreichten, um die Aberkennung der Siege rechtlich zu legitimieren.

Die Urteile sind vorläufig rechtskräftig, jedoch besteht für beide Parteien die Möglichkeit, binnen zwei Wochen Revision beim DHB-Bundessportgericht einzulegen. Diese Entscheidung setzt ein wichtiges Präzedenz für die Auslegung von Regularien im professionellen Handball und unterstreicht die Bedeutung präziser rechtlicher Formulierungen in Sportordnungen.

Die Rückgabe der Punkte hat unmittelbare Auswirkungen auf die Tabellen beider Ligen. Für die Rhein-Neckar Löwen bedeutet dies die Wiederherstellung ihres Sieges in der Bundesliga, während der TV Hüttenberg seinen 37:34-Erfolg über den TuSEM Essen zurückerhält. Die Klubs können nun mit dem wiedergewonnenen Punkten ihre Saisonplanung fortsetzen.

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