Fury nach Comeback-Sieg attackiert: 'Du bist hier nicht der Boss' - Joshua kontert scharf
Fury nach Comeback-Sieg attackiert: Joshua kontert scharf

Fury nach Comeback-Sieg hart attackiert: 'Du bist hier nicht der Boss'

Nach 476 Tagen Ringpause hat Tyson Fury sein Comeback gefeiert, doch der Sieg gegen Arslanbek Makhmudov war alles andere als überzeugend. Der sichtlich gezeichnete Schwergewichtsrückkehrer gewann zwar klar nach Punkten, doch von der einstigen Leichtigkeit und boxerischen Finesse des 'Gypsy Kings' war wenig zu spüren.

Rostiger Ringrückkehrer zeigt Schwächen

Exakt 476 Tage war Tyson Fury nicht im Ring gestanden – eine Pause, die man dem 37-Jährigen in der Arena von Tottenham Hotspur deutlich ansah. Gegen den boxerisch limitierten Arslanbek Makhmudov, den der Deutsche Agit Kabayel Ende 2023 ausgeknockt hatte, dominierte Fury zwar, aber ohne die gewohnte Eleganz. Die Speckrollen um seine Hüften waren ausgeprägter denn je.

'Ich bin nun mal ein hässlicher, glatzköpfiger Fettsack. Daran wird sich nichts mehr ändern', kommentierte Fury selbstkritisch nach dem Kampf. 'Aber das ist Boxen, kein Schönheitswettbewerb.' Den hatte der Fight gegen Makhmudov definitiv nicht gewonnen. Doch schnell wurde klar: Dieser Hauptkampf war nur das Vorspiel für das eigentliche Ziel.

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Verbalduell mit Joshua heizt Stimmung an

Nach dem Sieg schnappte sich Fury das Mikrofon und richtete sich direkt an Anthony Joshua im Publikum. 'Ich fordere dich heraus. Lass uns den Fans geben, was sie sehen wollen! Nimmst du meine Herausforderung an? Ja oder Nein?'

Olympiasieger Joshua konterte prompt und deutlich: 'Ich habe dich verprügelt, als wir Kinder waren. Ich werde es wieder machen. Aber du bestimmst hier nicht, was passiert! Ich bin dir zehn Jahre hinterhergelaufen, du hast immer wieder die Karriere beendet.' Mit Nachdruck fügte er hinzu: 'Du sagst mir nicht, was ich tun werde. Du bist hier nicht der Boss. Ich bin der Landvogt. Du kommst zu mir, nicht umgekehrt.' Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, zeigte er Fury zudem den Stinkefinger.

'Er ist ein Sc***ßhaus', pöbelte Fury zurück, 'er hat Angst.' Das hitzige Verbalduell heizte die Erwartungen an den lange ersehnten 'Battle of Britain' weiter an.

Schwerer Autounfall verzögert Megakampf

Doch trotz der scharfen Worte wird der Kampf zwischen Fury und Joshua frühestens Ende des Jahres stattfinden. Grund ist ein schwerer Autounfall, in den Joshua im Januar in Nigeria verwickelt war. Bei dem Unglück kamen zwei seiner besten Freunde ums Leben.

Joshua selbst verbrachte mehrere Tage im Krankenhaus und hat das traumatische Erlebnis noch nicht verarbeitet – weder körperlich noch emotional. 'Sobald das geschehen ist, werde ich in den Ring steigen', erklärte Joshua. 'Wenn Fury sich traut, dann gegen ihn, wenn nicht, dann halt gegen jemand anderen.'

Seit über zehn Jahren wird von diesem britischen Megakampf gesprochen, doch zustande kam er nie. Fury, der nach seinen beiden Niederlagen gegen Oleksandr Usyk zum fünften Mal zurückgetreten war, kehrte mit klarem Ziel zurück: den 'Battle of Britain' endlich zu realisieren. Doch Joshuas persönliche Tragödie stellt nun erneut einen Rückschlag dar.

Der Comeback-Kampf gegen Makhmudov diente letztlich nur als Aufwärmübung für das große Duell. Doch ob und wann es tatsächlich stattfinden wird, bleibt angesichts der aktuellen Umstände ungewiss. Die Boxwelt muss sich weiter gedulden, während beide Kontrahenten ihre Positionen mit scharfen Worten verteidigen.

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