Para-Leichtathletik-WM 2027: Historische Premiere in Zentralasien
Die Para-Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2027 werden im Juni des kommenden Jahres in der usbekischen Hauptstadt Taschkent ausgetragen. Diese Entscheidung gab World Para Athletics (WPA) am Dienstag bekannt und markiert damit einen bedeutenden Meilenstein für den Behindertensport in der Region. Für das deutsche Team bedeutet dies eine weite Anreise zu einem der wichtigsten Wettkämpfe vor den Paralympics 2028 in Los Angeles.
Erstmalige Austragung in Usbekistan mit Rekordbeteiligung
Bei der 13. Auflage der Para-Leichtathletik-WM handelt es sich um die erste Veranstaltung dieser Art in Zentralasien. Bisherige Austragungsorte in Asien umfassten Doha 2015, Dubai 2019, Kobe 2024 und Neu-Delhi 2025. Im Olympic City Main Stadium von Taschkent werden rund 1300 Athleten aus mehr als 100 Nationen erwartet, was die größte Sportveranstaltung in der Geschichte Usbekistans darstellt.
Paul Fitzgerald, der Chef von World Para Athletics, betonte die Bedeutung dieser Wahl: „Die Entscheidung für Taschkent eröffnet enorme Möglichkeiten, unseren Sport und unsere Fangemeinde zu vergrößern sowie die Wahrnehmung von Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft in Zentralasien positiv zu beeinflussen.“
Hohe Bedeutung für deutsche Athleten wie Markus Rehm
Für deutsche Para-Leichtathleten, darunter der bekannte Springer Markus Rehm, stellt die WM in Usbekistan den letzten großen internationalen Höhepunkt vor den Paralympics 2028 dar. Die Wettkämpfe werden voraussichtlich eine zentrale Rolle bei der Vergabe von Quotenplätzen für Los Angeles spielen und somit von strategischer Wichtigkeit für die Qualifikation sein.
Deutschland war bisher nur einmal Gastgeber einer Para-Leichtathletik-WM, und zwar bei der Premiere 1994 in Berlin. Die weite Distanz nach Taschkent stellt das deutsche Team vor logistische Herausforderungen, bietet aber gleichzeitig die Chance, in einem international hochkarätigen Feld zu glänzen.
Ausblick auf die Paralympics 2028
Die Weltmeisterschaften in Taschkent gelten als entscheidender Testlauf für die Paralympics im darauffolgenden Jahr. Die Ergebnisse werden nicht nur Medaillen verteilen, sondern auch die Startplätze für Los Angeles maßgeblich beeinflussen. Damit erhält die Veranstaltung einen zusätzlichen sportpolitischen Stellenwert, der über den reinen Wettkampfcharakter hinausgeht.
Die Wahl Usbekistans als Austragungsland unterstreicht die wachsende globale Verbreitung des Para-Sports und setzt ein Zeichen für Inklusion und Vielfalt in einer Region, die bisher weniger im Fokus internationaler Sportgroßereignisse stand.



