Amanal Petros: Deutscher Rekordläufer auf Marathon-Mission in London
Petros auf Marathon-Mission in London

Amanal Petros, der schnellste Marathonläufer Deutschlands, plant seinen nächsten großen Coup. Am Sonntag geht der 30-Jährige von Hannover 96 beim prestigeträchtigen London-Marathon an den Start. Sein Ziel: den eigenen deutschen Rekord von 2:04:03 Stunden unterbieten.

Rekordjagd in der britischen Hauptstadt

Petros, der im Dezember in Valencia mit 2:04:03 Stunden einen deutschen Rekord aufstellte, sieht sich in bestechender Form. „Ich bin momentan in einer sehr guten Form. Ich reise mit einer riesengroßen positiven Einstellung zum London-Marathon. Ich würde gerne deutschen Rekord laufen“, sagte Petros der Deutschen Presse-Agentur. Die Strecke in London sei zwar hügeliger als in Berlin oder Valencia, aber er fühle sich bereit für eine neue Bestleistung.

Mama fiebert mit

Ein besonderer Fan ist seine Mutter, die in Äthiopien lebt. Sie verfolgte bereits seinen Halbmarathon-Rekord in Berlin per Livestream und hofft, auch in London zuschauen zu können. „Beim Valencia-Lauf war sie sehr glücklich, beim Halbmarathon in Berlin hat sie sich sehr große Sorgen gemacht, weil sie meinte, dass ich nicht so gut aussah. Aber später war sie sehr froh und sagte: Das ist mein Sohn“, erzählte Petros.

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Lehrreiche Erfahrung aus dem Vorjahr

Bereits 2025 nahm Petros am London-Marathon teil und wurde in 2:06:30 Stunden Achter. Damals war seine Renntaktik nicht optimal: „Ich bin letztes Jahr in London zu hektisch gelaufen. Ich habe das Tempo immer wieder gewechselt, und das hat unheimlich viel Energie gekostet. Und ich hatte auch zu wenig Wasser getrunken. Und ich war sehr nervös, weil da waren die besten Athleten der Welt“, erklärte er. Aus diesen Fehlern habe er gelernt und werde diesmal taktisch klüger agieren.

Erfolge der letzten Monate

Seit September 2025 feierte Petros beeindruckende Erfolge: Silber bei der Leichtathletik-WM in Tokio nach einem dramatischen Fotofinish, deutscher Marathon-Rekord in Valencia und deutscher Halbmarathon-Rekord in Berlin. Im März unterbot er in Berlin trotz Kälte und Wind seinen eigenen Rekord um neun Sekunden auf 59:22 Minuten. Dennoch war er nicht vollends zufrieden: „Mein Ziel war eigentlich der Europarekord“, gestand er, den der Schwede Andreas Almgren mit 58:41 Minuten hält.

Buch und EM-Start

Seine bewegende Lebensgeschichte – von der Flucht aus Äthiopien nach Deutschland vor 14 Jahren bis zum WM-Silber – hat Petros in einem Buch festgehalten. „42,195 Kilometer – mein langer Lauf in die Freiheit“ erscheint Anfang August. Das Schreiben sei eine emotionale Reise gewesen, die ihn sehr stolz mache.

Ob er bei der EM in Birmingham im August für Deutschland startet, lässt Petros noch offen. „Meine Gesundheit geht vor. Ich glaube, ich muss mal schauen nach dem London-Marathon, wie ich überhaupt drauf bin“, sagte er. Der WM-Erfolg habe jedoch Lust auf mehr gemacht: „Wenn man eine Medaille bei der EM gewinnt, dann kann einem das niemand wegnehmen. Das bleibt für immer. Das ist bei Rekorden anders. Und es ist schön, für Deutschland zu laufen und mit dem deutschen Team zusammen zu sein.“

Expertenstimmen

ARD-Experte Frank Busemann traut Petros noch viel zu: „Mit 30 Jahren ist er auch noch nicht der Älteste im Ausdauerbereich. Was ihn auszeichnet: Er hat die absolut perfekte Marathon-Statur. Klar, sonst könnte er nicht so schnell laufen. Er ist groß, schlank und hat gute Hebel. Und er hat die Psyche, die mentale Stärke eines Siegers.“ Petros trainiert wöchentlich über 200 Kilometer und gilt als äußerst diszipliniert und fokussiert.

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