World Athletics stoppt türkische Rekrutierungsstrategie: Nationenwechsel für elf Athleten abgelehnt
World Athletics lehnt Nationenwechsel für elf Athleten ab

World Athletics stoppt türkische Rekrutierungsstrategie für Olympia 2028

Die türkische Leichtathletik hat einen schweren Rückschlag erlitten. Der Weltverband World Athletics hat die Anträge von elf Sportlern und Sportlerinnen aus vier verschiedenen Ländern auf einen Nationenwechsel zur Türkei abgelehnt. Mit dieser Maßnahme wollte die Türkei bis zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles in die Weltspitze vordringen.

Koordinierte Rekrutierungsstrategie der türkischen Regierung

In einer offiziellen Mitteilung begründete World Athletics die Ablehnung damit, dass die Anträge Teil einer koordinierten Rekrutierungsstrategie der türkischen Regierung waren. Diese Strategie wurde über einen staatseigenen und staatlich finanzierten Verein umgesetzt. Das erklärte Ziel war es, ausländische Topathleten mit lukrativen Verträgen anzuwerben, um Verbandswechsel zu erleichtern.

„Das Review Panel hat festgestellt, dass die Anträge Teil einer koordinierten Rekrutierungsstrategie der türkischen Regierung waren, die über einen staatseigenen und -finanzierten Verein agierte“, hieß es in der Verlautbarung. „Ziel war es, ausländische Athleten mit lukrativen Verträgen anzuwerben, um Verbandswechsel zu erleichtern und diesen Athleten die Möglichkeit zu geben, die Türkei bei zukünftigen internationalen Wettkämpfen einschließlich der Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles zu vertreten.“

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Elf Athleten aus vier Nationen betroffen

Von der Ablehnung betroffen sind insgesamt elf Athleten:

  • Fünf Topathleten aus Kenia
  • Vier Sportler aus Jamaika
  • Ein Athlet aus Nigeria
  • Eine Sportlerin aus Russland

Unter den abgelehnten Anträgen befand sich auch jener von Brigid Kosgei, der kenianischen Marathon-Olympiazweiten von 2021. Die Türkei hatte gezielt versucht, solche international erfolgreichen Athleten für ihre Nationalmannschaft zu gewinnen.

Historischer Hintergrund und verschärfte Regeln

Diese Praxis der Rekrutierung ausländischer Topathleten ist für die Türkei nicht neu. Bereits bei den Europameisterschaften 2016 in Amsterdam hatte sich dieser Ansatz bewährt. Damals belegte das zuvor kontinental zweitklassige türkische Team überraschend den vierten Platz im Medaillenspiegel.

Das Besondere daran: Von den zwölf in Amsterdam gewonnenen Medaillen war nur eine einzige von einem in der Türkei geborenen Sportler errungen worden. Stattdessen traten vor allem gebürtige Kenianer, Jamaikaner oder Kubaner für das Land an.

Nach diesen Vorkommnissen hatte World Athletics die Anforderungen für Verbandswechsel deutlich verschärft. Ähnliche Praktiken waren auch bei arabischen Nationen wie Katar und Bahrain aufgetreten, was den Weltverband zu strengeren Regeln veranlasste.

Aktuelle sportliche Situation der Türkei

Die jüngsten sportlichen Ergebnisse zeigen, warum die Türkei auf eine aggressive Rekrutierungsstrategie setzte:

  1. Bei den Europameisterschaften 2024 in Rom gewann die Türkei lediglich je eine Silber- und Bronzemedaille.
  2. Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris blieb das Land komplett ohne Medaille.
  3. Auch bei der Weltmeisterschaft 2025 in Tokio konnte keine Medaille errungen werden.

Vor diesem Hintergrund versuchte die Türkei, mit gezielten Einbürgerungen von Topathleten den Weg zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles zu ebnen und dort Erfolge einzukaufen.

World Athletics verteidigt Entscheidung

Der Weltverband begründete seine Entscheidung mit grundsätzlichen Prinzipien des internationalen Sports. „Diese Grundsätze dienen dem Schutz der Glaubwürdigkeit internationaler Wettkämpfe, der Förderung der Nachwuchsförderung durch die Mitgliedsverbände und dem Erhalt des Vertrauens der Athleten, dass Nationalmannschaften nicht primär durch externe Rekrutierung zusammengestellt werden“, stellte World Athletics klar.

Mit dieser Ablehnung sendet der Verband ein deutliches Signal gegen das sogenannte „Nationenshopping“ im Spitzensport. Die Türkei muss nun alternative Wege finden, um ihre sportliche Leistungsfähigkeit bis zu den Olympischen Spielen 2028 zu steigern.

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