Antonelli wie Vettel: Lausbub, aber eiskalt – Wolff mahnt
Antonelli wie Vettel: Lausbub, aber eiskalt

Kimi Antonelli, gerade einmal 19 Jahre alt, ist der jüngste WM-Spitzenreiter in der Geschichte der Formel 1. Der Italiener fährt für Mercedes und wird bereits mit Legenden wie Sebastian Vettel und Ayrton Senna verglichen. Sein Förderer Toto Wolff jedoch sieht diese Vergleiche kritisch.

Familie als Rückhalt

Die Reise nach Miami trat der Teenager mit seiner gesamten Familie an: Mama, Papa und Schwester begleiteten ihn. Auf Instagram postete Vater Marco ein gemeinsames Foto aus dem Flieger mit den Worten „Alle zusammen“ und drei roten Herzen. Die Antonellis erobern derzeit die Formel 1 im Sturm. Als Mutter Veronica ihren Sohn nach dessen erstem Sieg im TV weinen sah, flossen auch bei ihr die Tränen. Schwester Maggie ist ohnehin oft im Fahrerlager dabei.

Der erdende Vater

Vater Marco, selbst ehemaliger Rennfahrer und Teambesitzer, ist Kimis wichtigster Vertrauter. „Er hält mich bei jeder Gelegenheit auf dem Boden“, sagt Antonelli schmunzelnd. Die Unbekümmertheit und das Lausbubenhafte erinnern an Sebastian Vettel in dessen Anfangsjahren. Doch hinter dem Steuer ist Antonelli eiskalt, gnadenlos und risikobereit. „Ich fahre, um zu gewinnen. Das ist mein Ziel“, betont er.

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Rekorde und Vergleiche

Mit 19 Jahren führt Antonelli die WM-Wertung an – jünger war niemand in über 75 Jahren Formel 1. Er löste damit Lewis Hamilton als jüngsten Spitzenreiter ab, der den Rekord 2007 mit 22 Jahren und 126 Tagen hielt. Die italienische Presse ist begeistert: „Kimi Antonelli und der Club der acht Legenden: von Senna bis Schumacher“, titelte der „Corriere della Sera“. Zuvor hatte Italien mit Alberto Ascari 1953 die letzten beiden Siege eines Italieners in Folge erlebt.

Wolff bremst die Euphorie

Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der Antonelli das Cockpit von Hamilton gab, zeigt sich zurückhaltend. „Natürlich will in Italien jeder über Weltmeisterschaften sprechen, und es kommen Vergleiche mit Senna auf, was ich nicht gerne lese“, sagt der 54-Jährige. Die Bürde der Erwartungen sei bereits schwer genug. Antonelli selbst spüre den gleichen Druck wie zu Saisonbeginn, gibt er zu, doch er habe gelernt, damit umzugehen.

Die Mercedes-Kaderschmiede

Seit 2018 durchläuft Antonelli das Nachwuchsprogramm von Mercedes. Dazu gehören Ernährung, körperliches und mentales Training – stets in Absprache mit den Eltern. Gwen Lagrue, Leiter des Programms, betont: „Wenn wir einen Nachwuchsfahrer unter Vertrag nehmen, übernehmen wir Verantwortung für sein Leben und seine Karriere.“ 2024 kam der entscheidende Anruf von Wolff: „Du bist Mercedes-Formel-1-Fahrer im nächsten Jahr. Du fährst gegen die besten Fahrer der Welt.“

Väterliche Unterstützung

Nach einem schweren Crash beim Saisonauftakt in Melbourne nahm Wolff den jungen Italiener väterlich in den Arm. Fast den Tränen nahe, suchte Antonelli nach Erklärungen und sagte: „Ich war so zuversichtlich.“ Wolffs Antwort: „Bewahre dir diese Zuversicht.“

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