Faszination Motocross: Warum Fahrer den Kick suchen und Väter Ängste haben
Faszination Motocross: Fahrer und ihre Ängste

Das Motocross-Event in Groß Schwiesow lockte am 1. Mai erneut tausende Zuschauer an. 104 Fahrer in vier Leistungsklassen, zahlreiche Begleiter und über 2000 Zuschauer sorgten bei dieser Traditionsveranstaltung für ein riesiges Treiben auf und abseits der Rennstrecke. Der Motorsport in Mecklenburg-Vorpommern erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit und ist ein wahrer Zuschauermagnet.

Kein ungefährlicher Sport

Das Fahrerlager ist der Ort, an dem gequatscht, gegessen, geschraubt und gewartet wird – und das schon viele Stunden vor dem Rennstart. Im Rennen geht es dann für 15 bis 20 Minuten darum, voll da zu sein. Doch was macht die Faszination Motocross aus? Wer sind die Menschen, die mit ihrer Gesundheit spielen? Der Motorsport ist nicht ungefährlich, und leichte bis schwere Unfälle gehören leider dazu.

Jamie Glawion: „Spaß am Motorradfahren“

„Es ist ein Leistungssport, bei dem es nicht nur auf eine Sache ankommt. Es macht mir einfach Spaß, Motorrad zu fahren“, sagt Jamie Glawion. Der 15-Jährige fährt für den TUS Neukalen und startet in der Youngsters-Klasse 125 Kubikzentimeter, in der ambitionierte Jugendliche den nächsten Schritt im Motocross-Sport machen wollen. Die Motocross-Gene wurden dem Teterower in die Wiege gelegt: Vater Dirk fuhr früher selbst. „Da war ich als kleines Kind immer mit“, erklärt Jamie, der mit sechs Jahren selbst begann. Seit zwei Jahren nimmt er regelmäßig an Wettkämpfen teil. Seine KTM SX 125 erreicht Geschwindigkeiten um 80 km/h, Sprünge zwischen zehn und 30 Metern müssen kontrolliert landen. „Wenn man Angst hat, sollte man die Finger von diesem Sport lassen“, sagt er. Eine Gehirnerschütterung im Vorjahr war seine schwerste Verletzung: „Gott sei Dank hatte ich noch keine Knochenbrüche.“ Vater Dirk bereitet das Motorrad vor: „Kleinere Reparaturen machen wir immer selbst.“ Jamie lobt die Bedingungen in Groß Schwiesow: „Eine schöne Strecke, sie hat einen guten Fluss.“ Sein Ziel: „Durchkommen und Spaß haben.“

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John und Jim Hanelt: Action und Adrenalin

Unter die Top 20 zu kommen, hat sich John Hanelt in der MX2-Klasse vorgenommen, in der erfahrenere Fahrer starten. Seine Maschine hat 43 PS und verzeiht kaum Fehler. „Ich kann mir nichts anderes vorstellen, als Motocross zu fahren“, sagt der 20-Jährige furchtlos. Er liebt die Action und das Adrenalin. Um Fehler zu vermeiden, fährt er vorausschauend und prägt sich die Strecken ein. Die Strecke in Groß Schwiesow kennt der Zepeliner wie seine Westentasche – er wohnt nur fünf Minuten entfernt und ist dem MCC Tessin angeschlossen. Sein 13-jähriger Bruder Jim fährt in der Youngsters-Klasse 125 Kubikzentimeter, seit sechs Jahren ist er dabei. Vater André Hanelt ist immer dabei: „Ich bringe die Maschinen auf Vordermann.“ Ihm gefällt die Community: „Wir sind wie eine kleine Familie.“ Wenn seine Jungs fahren, hofft er, dass alles gut geht: „Natürlich habe ich Angst. Das wird auch immer so bleiben. Es sind schließlich meine Kinder.“

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