Formel 1 passt Regelwerk nach Fahrerprotesten an
Inmitten anhaltender Kontroversen hat die Formel 1 kurzfristige Änderungen am aktuellen Regelwerk beschlossen. Die Anpassungen, die bereits beim kommenden Grand Prix in Miami Anfang Mai in Kraft treten sollen, sind eine direkte Reaktion auf massive Kritik von Spitzenfahrern wie Max Verstappen und Lando Norris.
Energiemanagement im Fokus
Der Automobil-Weltverband Fia teilte mit, dass die „Verbesserungen“ aus „umfangreichen Beiträgen“ der Fahrer resultieren. Kern der Änderungen ist eine Überarbeitung des Energiemanagementsystems. Fahrer müssen im Qualifying künftig weniger Aufmerksamkeit auf das Laden der Batterie für den Elektroanteil des Motors verwenden.
„Die Änderungen zielen darauf ab, die übermäßige Energierückgewinnung zu verringern und ein konstanteres Fahren mit Vollgas zu fördern“, erklärte die Fia. Dieses System war von mehreren Fahrern an den ersten Rennwochenenden scharf kritisiert worden, da sich durch den hohen E-Anteil drastische Geschwindigkeitsunterschiede im Rennverlauf offenbarten.
Sicherheitsmaßnahmen verstärkt
Zusätzlich wurden weitere Sicherheitsvorkehrungen bei Starts und während der Rennen implementiert, um Auffahrunfälle zu verhindern. Zuletzt war es zu gefährlichen Situationen gekommen, weil Fahrer mit voll geladener Batterie und Zusatzschub mit hoher Geschwindigkeit auf Konkurrenten aufliefen, deren Elektromotor gerade weniger Energie zur Verfügung hatte.
Ein prominentes Beispiel war der Unfall von Haas-Pilot Oliver Bearman in Suzuka, der mit überhöhter Geschwindigkeit auf den Alpine-Fahrer Franco Colapinto aufholte und sicherheitshalber ins Gras ausweichen musste.
Verstappens drastische Warnung
Seit Saisonbeginn fährt die Formel 1 mit einer neuen Motorenformel, bei der der Elektroanteil deutlich stärker ins Gewicht fällt. Fahrer beklagten, dass sie dadurch seltener dauerhaft im Vollgasbereich fahren können. Max Verstappen ging in seiner Kritik besonders weit und drohte offen mit einem Rücktritt aus der Königsklasse des Motorsports.
„Die Art und Weise, wie man hier fahren muss, ist nicht schön. Das ist wirklich das Gegenteil von Fahrspaß. Und irgendwann ist es einfach nicht mehr das, was ich machen will“, sagte der 28-jährige Niederländer nach dem Großen Preis von Japan. Auch Weltmeister Lando Norris äußerte sich kritisch und monierte, das neue System raube der Rennserie ihren charakteristischen Fahrspaß.
Lange Beratungsphase
Die ungeplant lange Rennpause wegen der Absage der beiden April-Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien bot Vertretern der Teams, der Motorenbauer, des Weltverbands und der Rechteinhaber Gelegenheit zu intensiven Beratungen über notwendige Nachjustierungen.
Weltverbandschef Mohammed Ben Sulayem betonte: „Mehr denn je standen die Fahrer im Mittelpunkt dieser Diskussionen, und ich möchte ihnen für ihren wertvollen Beitrag während des gesamten Prozesses danken.“ Bevor die Regeländerungen endgültig in Kraft treten können, muss noch der Motorsport-Weltrat seine Zustimmung erteilen.
Die Saison 2026 bringt grundlegende Veränderungen bei Antriebseinheit, Chassis und Kraftstoff mit sich. Die nun beschlossenen Anpassungen sollen sicherstellen, dass die technischen Innovationen nicht zu Lasten von Fahrspaß und Sicherheit gehen.



