Formel-1-Reife(n)zeugnis Miami: Antonelli triumphiert, McLaren stark
Kimi Antonelli schreibt weiter Geschichte in der Formel 1. Auch in Miami war der Überflieger mit seinem Mercedes nicht zu schlagen, der dritte Sieg in Serie beschert ihm einen weiteren Platz in den Geschichtsbüchern des Sports. Dass der Weg zum WM-Titel jedoch kein einfacher sein wird, zeigen die Leistungssprünge der Konkurrenz. Von Duellen um die Führung kann Nico Hülkenberg nur träumen, mit Audi hat der Emmericher ganz andere Probleme. Hier sind die Erkenntnisse aus Miami.
Unaufhaltsam: Antonelli auf Rekordkurs
Seine ersten drei Grand-Prix-Siege in Serie von der Pole Position aus zu gewinnen, das schafften nicht einmal Rekordweltmeister Michael Schumacher und Formel-1-Legende Ayrton Senna. Kimi Antonelli ist nicht zu stoppen, der Auftritt in Miami verdeutlichte einmal mehr, dass der Teenager das Zeug zum Weltmeister hat. Ein wieder einmal schlechter Start, ständiger Druck von hinten, die durchgehende Regengefahr – all diese Punkte brachten den Mercedes-Piloten nicht aus der Ruhe. In der Heimat Italien ist die Antonelli-Mania längst ausgebrochen, doch der Shootingstar will auf dem Boden bleiben. Den Erfolg in den USA widmete er dem verstorbenen Alex Zanardi: „Ich wollte unbedingt für ihn gewinnen.“
Mutmacher: McLaren meldet sich zurück
Lando Norris schmunzelte. Man müsse sich schon „ziemlich dumm vorkommen, wenn man nicht zuversichtlich in die Zukunft blicken würde, nachdem wir uns an diesem Wochenende so stark verbessert haben“, meinte der Weltmeister. Die zahlreichen Upgrades von McLaren funktionierten glänzend, das verdeutlichten Norris' Sieg im Sprint sowie Platz zwei im Grand Prix. Papaya ist nach einem schwierigen Saisonstart wieder mittendrin – und aktuell Widersacher Nummer eins von Mercedes.
Stotterstart: Hülkenberg hadert mit Audi
Ein „charakterbildendes Wochenende“ sei es für Audi gewesen, erklärte Nico Hülkenberg am Sky-Mikrofon. Nach einer Kollision und technischen Problemen war das Rennen mal wieder früh beendet – und das wurmt den Emmericher so richtig. Die Premierensaison mit dem deutschen Werksteam entwickelt sich langsam, aber sicher zu einem Albtraum, auch in Florida wurde es wieder nichts mit den ersten Punkten. „Unsere Pace ist nicht schlecht, aber wir müssen es auch irgendwie umsetzen, auf den Asphalt bringen, die Flagge sehen“, betonte Hülkenberg erneut: „Wir bleiben dran und halten den Kopf hoch.“
Vernunft: Richtige Entscheidung der Rennleitung
Die Verantwortlichen studierten die Wetterprognose, verfolgten die Entwicklungen genauestens – und trafen eine goldrichtige Entscheidung. Durch den verfrühten Start blieb das befürchtete Chaos aus, das Rennen ging ohne Unterbrechungen über die Bühne, und auch die Zuschauer konnten in Sicherheit den Grand Prix verfolgen. Sicherlich hätte sich der eine oder andere Fan über spektakuläre Bilder gefreut, doch in diesem Fall war Vorsicht der richtige Weg. Schließlich hatten auch die Fahrer Bedenken geäußert, kennen diese die kniffligen, neuen Autos bei nassen Bedingungen doch kaum.
Feedback: Reglement noch nicht optimal
Haben die vielen Änderungen am Reglement die Formel 1 verbessert? Zumindest für Antonelli fühle sich das Qualifying „besser, natürlicher“ an. Auch Norris sprach von „einem kleinen Schritt in die richtige Richtung“. Aber: „Es ist noch nicht auf dem Level, auf dem sich die Formel 1 befinden sollte.“ Der Engländer monierte, dass man mit den Motoren und ihrem hohen Elektroanteil noch immer nicht voll ans Limit gehen könne. „Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass man das wirklich beheben kann“, sagte er: „Man muss einfach die Batterie loswerden. Hoffentlich ist das in ein paar Jahren der Fall.“



