Erster Führungswechsel der Saison: Hülkenberg erfährt von Audi-Beben durch seine Mutter
Suzuka (Japan) – Die Formel-1-Welt wurde erneut von Audi überrascht, diesmal jedoch abseits der Rennstrecke. Nach dem unerwarteten Aus von Teamchef Jonathan Wheatley (58) äußert sich nun erstmals Nico Hülkenberg (37) zu den turbulenten Vorgängen. Der deutsche Pilot zeigt sich dabei erstaunlich gefasst, obwohl ihn die Nachricht völlig unvorbereitet traf.
Die ungewöhnliche Art der Informationsweitergabe
In der Medienrunde vor dem Großen Preis von Japan offenbarte Hülkenberg die kuriosen Umstände, unter denen er von Wheatleys Abgang erfuhr. „Ich habe es wie alle anderen mitbekommen“, erklärte der Audi-Pilot. „Ich war gerade im Simulator-Training, als mir meine Mutter einen Artikel schickte. Zwischen zwei Runs schaute ich auf mein Handy – und da war diese Nachricht.“ Ein wahrer Schockmoment mitten in der wichtigen Renovorbereitung.
Gelassenheit trotz Führungswechsel
Obwohl der Abgang des Teamchefs für erhebliche Unruhe sorgt, widerspricht Hülkenberg entschieden einer Krisenstimmung. „Natürlich war ich überrascht“, räumt er ein. „Aber es ist definitiv kein Rückschlag für unser Team.“ Stattdessen betont der erfahrene Routinier die Stärke des gesamten Teams: „Ein Formel-1-Team besteht aus vielen kompetenten Menschen. Wir benötigen starke Persönlichkeiten – und genau die haben wir.“
Besonders wichtig ist Hülkenberg die klare Nachfolgeregelung: Mattia Binotto (56), bisheriger Projektleiter und ehemaliger Ferrari-Boss, übernimmt nun zusätzlich die Teamführung. „Mit Mattia haben wir weiterhin einen erfahrenen Leader an der Spitze. Wir sind weder strukturlos noch planlos“, stellt Hülkenberg klar.
Gründe für den überraschenden Wechsel
Wie aus internen Kreisen bekannt wurde, gab es mehrere Faktoren für Wheatleys Abgang. Obwohl sich der Teamchef im beruflichen Umfeld wohlfühlte, gestaltete sich sein Privatleben schwierig. Seine Ehefrau Emma fand in der Schweiz nie wirklich Anschluss. Zusätzlich entwickelten sich Spannungen zwischen Wheatley und Binotto, deren unterschiedliche Zuständigkeiten und Vorstellungen zu einer ineffektiven Doppelspitze führten. Nach einem entscheidenden Krisentreffen zog Audi-Boss Gernot Döllner (57) schließlich die Reißleine.
Fokus auf die sportliche Leistung
Für Hülkenberg ist die Angelegenheit bereits abgeschlossen. „Wenn es Probleme mit einer zentralen Person gibt, muss man handeln“, erklärt er pragmatisch. „Ich kenne nicht alle Details, aber dann ist eine Reaktion notwendig.“ Jetzt konzentriert sich der Deutsche vollständig auf das anstehende Rennen: „Sobald das Renntag beginnt, bist du wieder im Wettkampfmodus. Dann zählt ausschließlich die Leistung auf der Strecke.“
Nach dem enttäuschenden Saisonstart in Australien, wo er nicht antreten konnte, und dem elften Platz in China, strebt Hülkenberg in Japan endlich seine ersten Saisonpunkte an. Die Gelassenheit des Pilots könnte sich dabei als entscheidender Vorteil erweisen.



