Ralf Schumacher: Hamilton könnte bei Ferrari die Reißleine ziehen
Schumacher: Hamilton könnte bei Ferrari aufhören

Formel-1-Experte Ralf Schumacher analysiert die neue Saison

Die Formel-1-Welt steht vor einem spannenden Jahr 2026 mit komplett neuen Fahrzeugen und zahlreichen offenen Fragen. Im exklusiven Interview mit dem neuen Motorsportheft von SPORT BILD, das am Freitag, den 27. Februar, erscheint, nimmt Sky-Experte und ehemaliger Formel-1-Pilot Ralf Schumacher (50) Stellung zu den brennendsten Themen der kommenden Saison.

Ende der McLaren-Ära?

Letzte Saison dominierte McLaren das Geschehen: Lando Norris (26) krönte sich zum Weltmeister, während Teamkollege Oscar Piastri (24) den dritten Platz belegte. Schumacher glaubt jedoch nicht an eine Wiederholung dieses Erfolgs: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die McLaren-Dominanz vom letzten Jahr sofort wieder da ist. Und wenn du dann die Dinge intern laufen lässt wie vergangenes Jahr, kann dich das am Ende richtig Punkte kosten. Beide fahren auf einem ähnlichen Niveau – das Risiko für Zoff ist groß.“

Überraschender Favorit für den Titel

Auf die Frage nach dem kommenden Weltmeister antwortet Schumacher überraschend: „Mein persönlicher Favorit ist – und das klingt vielleicht verrückt – Kimi Antonelli. Er ist einfach extrem talentiert. Wenn er sein Lerntempo aus der zweiten Saisonhälfte beibehält, ist er für mich der stärkere Mann.“ Mercedes-Star George Russell schätzt er hingegen kritischer ein: „George hatte letztes Jahr einen tollen Start, hat dann aber nachgelassen, als es mehr und mehr um seinen Vertrag ging.“

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Hamilton-Frust bei Ferrari

Ein besonderes Augenmerk liegt auf Lewis Hamilton (41), der nach seinem Wechsel zu Ferrari mit Frust zu kämpfen hat. Schumacher sieht eine mögliche vorzeitige Karrierebeendigung: „Das ist hart, aber möglich. Lewis hat letztes Jahr geschwächelt. Deshalb will er es sich noch einmal beweisen. Aber wenn er in den ersten drei, vier Rennen merkt, dass er gegen Leclerc oder mit dem Auto kein Land sieht, könnte er von sich aus die Reißleine ziehen.“

Verstappens Zukunft ungewiss

Max Verstappen hat die neuen Regularien scharf kritisiert, was Spekulationen über ein mögliches Karriereende auslöste. Schumacher dazu: „Dass Max keinen Spaß an den neuen Regularien hat, hat er ja deutlich zum Ausdruck gebracht. Trotzdem: Red Bull ist sein Zuhause. Er will unbedingt mit seinem Rennstall erfolgreisch sein. Aber wenn er dann doch irgendwann merkt, dass er den Fahrstil zu sehr verbiegen muss und der Erfolg ausbleibt, passt die These, dass er aufhört oder wechselt, durchaus.“

Risiken für Aston Martin und Audi

Bei Aston Martin sieht Schumacher enormen Druck auf Rennstall-Besitzer Lawrence Stroll: „Die Formel 1 ist kein normales Business. Du kannst Erfolg nicht einfach kaufen, das Team muss auch harmonieren. Dazu kommt: Aston Martin als Automarke schreibt tiefrote Zahlen. Die Formel 1 verschlingt Unsummen an Geld. Irgendwann muss der Cashflow stimmen, sonst geht dem Projekt die Luft aus.“

Für Audi prophezeit er einen schwierigen Einstieg: „Ein Desaster wird es, glaube ich, nicht. Aber der Einstieg war schon ein gewaltiger Kraftakt. Und das, während der Konzern wirtschaftlich kämpft. Mit Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto haben sie eine gute Fahrermischung. Aber bis eine Mannschaft harmoniert, dauert es. Wunderdinge darf man im ersten Jahr nicht erwarten.“

Cadillac als Neuling mit Startschwierigkeiten

Über den neuen Einstieg von Cadillac sagt Schumacher: „An besonders viele Pannen auf der Strecke glaube ich nicht. Viele der Autoteile sind ja eingekauft: Motor, Getriebe, Elektronik kommen von Ferrari. Aber im Hintergrund knirscht es. Sie haben das Team extrem schnell aufgebaut. Und die ersten Mitarbeiter sind schon wieder weg, es gibt sogar schon erste Klagen von Ex-Managern. Sie werden Lehrgeld zahlen.“

Die Formel-1-Saison 2026 verspricht somit nicht nur technische Neuerungen, sondern auch dramatische Personalentscheidungen und teaminterne Machtkämpfe, die den Motorsport nachhaltig prägen könnten.

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