Boris Becker macht sich für Olympische Spiele in Deutschland stark
Tennis-Legende Boris Becker hat sich deutlich für eine Austragung der Olympischen Spiele in Deutschland ausgesprochen. Bei einer Veranstaltung in der Hamburger Handelskammer betonte der ehemalige Profispieler die großen Chancen, die solche Mega-Events für deutsche Städte wie Hamburg bieten könnten. Becker verwies dabei auf die positiven Erfahrungen anderer Metropolen und unterstrich die wirtschaftlichen sowie infrastrukturellen Vorteile.
Hamburg als möglicher Austragungsort im Fokus
Für die Hansestadt Hamburg sieht Becker eine historische Gelegenheit. „Wäre ich Hamburger, wäre ich motiviert, für Hamburg zu stimmen“, erklärte der Doppel-Olympiasieger. Am 31. Mai können die Bürgerinnen und Bürger der Stadt in einem Bürgerentscheid über die Bewerbung Hamburgs als möglicher Austragungsort für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 abstimmen. Becker bezeichnete dies als „die größte Chance für die Stadt, Internationalität und ausländische Investoren zu bekommen“.
Als erfolgreiches Beispiel führte Becker die englische Hauptstadt London an. „London ist eine der beliebtesten Städte der Welt geworden, weil einfach so viel Geld investiert wurde in die Infrastruktur“, sagte der Tennis-Experte. Diese Investitionen hätten nicht nur den Sport gefördert, sondern auch die gesamte städtische Entwicklung vorangetrieben.
Konkurrenz aus anderen deutschen Regionen
Neben Hamburg bewerben sich in Deutschland derzeit auch München, Berlin und die Rhein-Ruhr-Region um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele. Diese Konkurrenz unterstreicht das große Interesse an einem derartigen Großereignis. Becker betonte jedoch die besonderen Vorzüge Hamburgs, die aus seiner Sicht eine erfolgreiche Bewerbung ermöglichen könnten.
Persönliche Olympia-Erinnerungen und Teamgeist
Becker blickte auch auf seine eigenen Olympia-Erfahrungen zurück. Gemeinsam mit dem Hamburger Michael Stich gewann er 1992 in Barcelona die Goldmedaille im Doppel. „Wir konnten uns schlicht und ergreifend nicht riechen“, beschrieb Becker das anfänglich angespannte Verhältnis zu seinem Rivalen. Erst der verstorbene Niki Pilić, ehemals deutscher Davis-Cup-Kapitän, habe die beiden vor dem Halbfinale wieder näher aneinandergeführt. „Denn bis dahin haben wir nicht miteinander geredet“, so Becker. Diese Geschichte unterstreicht, wie Olympische Spiele auch persönliche Entwicklungen und Teamgeist fördern können.
Die Diskussion über eine mögliche deutsche Olympia-Bewerbung bleibt aktuell und polarisiert. Mit prominenten Fürsprechern wie Boris Becker gewinnt die Debatte an Dynamik. Die Entscheidung der Hamburger Bürgerinnen und Bürger im Mai wird ein wichtiger Schritt für die Zukunft des Sports in Deutschland sein.



