Olympia 2026: Britischer Goldmedaillengewinner spricht perfektes Tirolerisch
Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina kam es zu einer außergewöhnlichen sprachlichen Überraschung. Der britische Snowboarder Huw Nightingale, der gemeinsam mit seiner Mixed-Partnerin Charlotte Banks die Goldmedaille gewann, verblüffte im anschließenden Siegerinterview des ORF mit seinem perfekten Tiroler Dialekt.
Reporter kurzzeitig überfordert
Der ORF-Reporter, der das Interview zunächst auf Englisch begann, wurde von Banks darauf hingewiesen, dass Nightingale auch Deutsch verstehe. Was dann folgte, übertraf alle Erwartungen: „Woi, woi, i ku Deitsch redn“, sagte der 24-jährige Olympiasieger plötzlich im authentischen Tiroler Idiom.
Der Journalist zeigte sich kurzzeitig verwirrt, wer hätte auch mit einem Briten rechnen können, der nicht nur Deutsch spricht, sondern dies in einem makellosen regionalen Akzent tut? Nightingale fuhr fort: „I hab hoid ghofft auf die Goldene und sie is hoid brutal schnö im unteren Bereich. I hobs ned erwarten kenna bis sie ins Zü foat und i ihr a Umarmung gebn ku“.
Hintergrund: Kindheit in Tirol
Der Grund für diese außergewöhnlichen Sprachkenntnisse ist weniger spektakulär, als es zunächst scheint. Nightingale, der 2001 in Bolton geboren wurde, zog im Alter von fünf Jahren mit seinen Eltern nach Westendorf im Tiroler Brixental. Dort wuchs er zweisprachig auf – mit Englisch als Muttersprache und Tirolerisch als zweiter natürlicher Sprache.
Diese prägende Zeit in den österreichischen Alpen ermöglichte es ihm, den Dialekt nicht nur zu verstehen, sondern ihn auch mit native speaker-Qualität zu sprechen. Während seiner sportlichen Karriere behielt er diese Fähigkeit bei, was nun bei den Olympischen Spielen zu einem unvergesslichen Medienmoment führte.
Goldener Erfolg im Mixed-Wettbewerb
Fachlich stand der sportliche Erfolg im Vordergrund: Nightingale und Banks sicherten sich im Mixed-Wettbewerb im Snowboarden die Goldmedaille. Die britische Mannschaft zeigte eine herausragende Leistung, wobei Banks besonders im unteren Streckenabschnitt durch ihre Geschwindigkeit beeindruckte.
Nightingales emotionale Reaktion auf den Sieg – seine Aussage, er habe die Umarmung seiner Partnerin kaum erwarten können – gewann durch die authentische dialektale Ausdrucksweise zusätzliche Herzlichkeit und Glaubwürdigkeit.
Dieser ungewöhnliche Interviewmoment unterstreicht, wie persönliche Biografien und sportliche Höchstleistungen bei Großereignissen wie Olympia zusammenfließen können. Nightingales Geschichte erinnert daran, dass hinter jeder Medaille ein individueller Lebensweg steht – in diesem Fall einer, der zwischen Bolton und den Tiroler Alpen verlief.



