Olympia-Drama für deutsche Kombinierer: Sturz kostet Medaillenhoffnungen
Deutsche Kombinierer erleben Olympia-Drama durch Sturz

Olympia-Drama für deutsche Kombinierer: Sturz kostet Medaillenhoffnungen

Voller Enttäuschung und mit leerem Blick nahm Vinzenz Geiger die Schuld für das Sturz-Drama bei den Olympischen Winterspielen auf sich. „Es tut mir wahnsinnig leid. So hart gekämpft, so hart gearbeitet die ganzen Monate und dann so ein blöder Fehler. Das ist sehr, sehr bitter“, sagte der Nordische Kombinierer nach dem verpassten Medaillenrang im Teamsprint. Geiger und sein Teamkollege Johannes Rydzek lagen nach dem Skispringen voll im Rennen um Edelmetall, doch dann stürzte Geiger im Schneetreiben gleich zweimal und das deutsche Duo landete nur auf Platz fünf.

Bundestrainer spricht von "beschissenem Unglück"

Im Ziel pfefferte Geiger seinen Stock wütend weg, fiel erst in den tiefen Schnee und dann in die tröstenden Arme von Rydzek. Das Olympia-Debakel war perfekt. Trotz hervorragender Medaillen-Aussichten nach dem Skispringen steht nun fest: Erstmals seit 1998 verlässt das deutsche Kombi-Team Winterspiele ohne Edelmetall. Bundestrainer Eric Frenzel zeigte sich komplett niedergeschlagen: „Die zwei haben heute grandiose Sprünge gemacht, haben sich in eine Ausgangssituation gebracht, die eigentlich ideal war. Dann passiert halt einfach so ein beschissenes Unglück“.

Bis zur achten Runde gehörte Deutschland, das mit 13 Sekunden Vorsprung als erstes Team gestartet war, zur Spitzengruppe. Dann stürzte Geiger bei schwierigen Bedingungen und heftigem Schneefall zweimal, kollidierte mit einem Konkurrenten und verlor wichtige Zeit. „Ich habe einfach nicht viel gesehen. Meine Brille war zu. Dann bin ich in ein Loch reingefahren“, berichtete Geiger über die dramatischen Momente.

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Rydzek: „Man gewinnt und man verliert zusammen“

Am Ende fehlten im Teamsprint 1:06,1 Minuten auf die siegreichen Norweger Andreas Skoglund und Jens Luraas Oftebro, der im dritten Rennen sein drittes Gold dieser Winterspiele gewann. Knapp 44 Sekunden lag Deutschland hinter den Österreichern Stefan Rettenegger und Johannes Lamparter, die hinter den Silbermedaillengewinnern Eero Hirvonen und Ilkka Herola aus Finnland ins Ziel kamen. „Man gewinnt und man verliert zusammen und heute müssen wir leider zusammen verlieren. Wir sind trotzdem ein Team“, erklärte Rydzek nach der enttäuschenden Platzierung.

Schon die Einzel-Wettbewerbe auf der Normalschanze und auf der Großschanze in Predazzo waren ganz schlecht gelaufen. Dort hatte das Frenzel-Team vor allem im Skispringen große Probleme gehabt. Im Teamsprint lagen die beiden Oberstdorfer nach dem Springen dann jedoch überraschend auf Gold-Kurs. Im weißen Flockenwirbel sprang Rydzek am Vormittag 123 Meter weit, Geiger landete nach 122,5 Metern. Eigentlich war alles angerichtet für den Langlauf, doch es wurde nichts mit dem erhofften Podestplatz.

Zukunft der Nordischen Kombination ungewiss

Nach den zuvor schon verkorksten Rennen hatten sich Geiger und Rydzek viel vorgenommen. Man habe sich zusammengesetzt und gesagt: „Das ist nicht das, was in uns steckt. Das wollen wir heute zeigen. Einfach an uns glauben, an unser Können glauben“, berichtete Rydzek. Mut habe auch die überraschende Bronzemedaille seiner Schwester Coletta Rydzek mit Laura Gimmler tags zuvor im Langlauf gemacht.

Für Rydzek, der schon 2010 in Vancouver dabei war, waren es die letzten Winterspiele. Es bleibt bei vier Olympia-Medaillen - zweimal Gold und je einmal Silber und Bronze. Geigers Sammlung besteht aus dreimal Edelmetall bei Olympia, darunter zweimal Gold. Ob noch Medaillen dazukommen können, liegt nicht nur in seiner Hand. Noch ist unklar, ob die Nordische Kombination auch in vier Jahren in Frankreich noch zum Olympia-Programm gehört.

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry machte sich im Val di Fiemme selbst ein Bild von der traditionsreichen Sportart. Unter anderem der Deutsche Olympische Sportbund will sich für den Verbleib der Disziplin bei Winterspielen einsetzen. Die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees darüber soll im Sommer fallen. Dann geht es auch darum, ob die Kombiniererinnen in Zukunft dabei sind. Ein Verbleib der Kombination im Programm ohne Frauen gilt als ausgeschlossen.

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