Olympia-Drama im Teamsprint: Geiger nimmt Schuld für verpasste Medaille auf sich
Nach einem verheerenden Sturz im abschließenden Langlaufrennen hat der deutsche Nordische Kombinierer Vinzenz Geiger die volle Verantwortung für die verpasste Olympia-Medaille im Teamsprint übernommen. Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Johannes Rydzek beendete das Duo die Winterspiele von 2026 auf einem enttäuschenden fünften Platz, was das erste olympische Medaillenaus für die deutschen Nordischen Kombinierer seit 1998 bedeutete.
13 Sekunden Vorsprung zunichte gemacht
Das deutsche Team hatte nach dem Skispringen am Vormittag mit einem beeindruckenden 13-Sekunden-Vorsprung die Führung übernommen und schien auf dem besten Weg zu einer sicheren Medaille zu sein. Doch in der entscheidenden Schlussphase des Langlaufrennens, bei heftigem Schneefall und schwierigen Sichtverhältnissen, kam es zur Katastrophe: Vinzenz Geiger stürzte gleich zweimal und verlor damit den wertvollen Vorsprung komplett.
„Es tut mir wahnsinnig leid. So hart gekämpft, so hart gearbeitet die ganzen Monate und dann so ein blöder Fehler. Das ist sehr, sehr bitter“, sagte der sichtlich niedergeschlagene Geiger unmittelbar nach dem Rennen. In seiner Enttäuschung warf er seine Stöcke auf den Boden und richtete sich mit den Worten: „Es tut mir einfach richtig fett leid“ auch an das gesamte Team.
Geigers Schilderung des Schockmoments
Der 28-jährige Bayer aus Oberstdorf schilderte den dramatischen Moment detailliert: „Ich habe einfach nicht viel gesehen. Meine Brille war zu. Dann bin ich in ein Loch reingefahren links. War sehr tief, Skispitze hängen geblieben. Dann hat es mich rumgedreht, dann bin ich aufgestanden und dann bin ich direkt wieder gelegen.“
Die Frustration über das verpasste Ziel war dem Athleten deutlich anzumerken. „Es musste einfach raus. Ich war einfach nur wütend auf mich selber. Ich wollte uns belohnen für das, was wir uns erarbeitet haben. Es sollte nicht sein“, berichtete Geiger mit gebrochener Stimme.
Teamkollege Rydzek zeigt Solidarität
Während Geiger mit sich selbst haderte, zeigte Teamkollege Johannes Rydzek vorbildliche Teamkameradschaft. Der 34-Jährige versuchte, seinen geknickten Partner aufzubauen und betonte die gemeinsame Verantwortung: „Ich musste erst mal den Vinz aufbauen. Er macht sich natürlich Vorwürfe. Wir sind ein Team. Wir gewinnen zusammen und heute stehen wir auch in den schweren Momenten zusammen.“
Rydzek verwies damit auf den grundlegenden Teamgedanken, der im Sport gerade in schwierigen Phasen besonders wichtig ist. Die beiden Athleten hatten monatelang gemeinsam auf diesen olympischen Moment hingearbeitet.
Bilanz einer enttäuschenden Olympia-Teilnahme
Der verpasste Medaillengewinn im Teamsprint setzte den Schlusspunkt unter eine insgesamt enttäuschende Olympia-Teilnahme der deutschen Nordischen Kombinierer. „Es waren zwei Wochen, die absolut nicht so gelaufen sind, wie wir es uns vorgestellt haben“, resümierte Geiger die gesamten Winterspiele.
Die deutsche Mannschaft beendete die Olympischen Spiele damit erstmals seit fast drei Jahrzehnten ohne eine einzige Medaille in der Nordischen Kombination – eine bittere Erkenntnis für eine traditionell starke Disziplin im deutschen Wintersport.
Die Ereignisse in Tesero/Predazzo werden den Athleten noch lange in Erinnerung bleiben und zeigen einmal mehr, wie schnell sich im Spitzensport vermeintlich sichere Vorteile in tiefe Enttäuschung verwandeln können.



