Referendum in NRW: Köln stimmt knapp für Olympia-Bewerbung
Köln stimmt knapp für Olympia-Bewerbung

Referendum in NRW: Köln gibt knappes Ja für Olympia-Bewerbung ab

Die Bürgerinnen und Bürger der „Leading City“ Köln haben den Weg für eine mögliche Bewerbung von Köln-Rhein/Ruhr um Olympische und Paralympische Sommerspiele freigemacht. Bei dem Referendum in 17 Kommunen von Nordrhein-Westfalen stimmten in der einzigen Millionenstadt des bevölkerungsreichsten Bundeslandes laut vorläufigem Endergebnis 57,39 Prozent der Teilnehmenden mit Ja – es war das knappste Ergebnis aller beteiligten Städte.

Hohe Wahlbeteiligung in Köln

Mit knapp 40 Prozent war die Wahlbeteiligung in Köln dafür am höchsten. In den anderen befragten Kommunen in NRW war die Zustimmung noch größer, insgesamt entfielen laut des vorläufigen Zwischenergebnisses rund zwei Drittel der gültigen und gewerteten Stimmen für eine Beteiligung der Kampagne um die Spiele 2036, 2040 oder 2044.

Das Endergebnis in Köln lag erst tief in der Nacht zu Montag vor. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hatte schon zuvor von einem „überwältigenden Abend“ mit „ganz spektakulären Ergebnissen“ gesprochen: „Was für eine Klarheit. Was für ein breites Bürgervotum der Menschen für Olympia hier bei uns in Nordrhein-Westfalen.“

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Herten scheitert am Quorum

Rund 1,4 Millionen der vier Millionen Wahlberechtigten hatten abgestimmt. In Herten im Ruhrgebiet wurde allerdings die Mindestbeteiligung, das sogenannte Quorum, verpasst. Herten, wo laut Konzept Mountainbike-Wettbewerbe vorgesehen waren, ist damit nicht mehr Teil der Bewerbung.

Wichtige Hürde für NRW genommen

NRW hat damit wie München, das im vergangenen Oktober 66,4 Prozent Ja-Stimmen erreicht hatte, eine wichtige Hürde genommen. Die Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger in den jeweiligen Regionen ist für die Evaluierungskommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung der nationalen Kandidaten.

Letztlich entscheiden aber die Delegierten, allen voran die olympischen Verbände, am 26. September in Baden-Baden über den Bewerber beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Der DOSB rechnet mit einer Vergabe der Spiele 2036 nicht vor 2027. Die internationale Konkurrenz im Werben um Olympia ist groß.

Weitere deutsche Bewerber im Rennen

In Hamburg werden die Bürgerinnen und Bürger ebenfalls um ihre Beteiligung gebeten, ausgezählt wird am 31. Mai. Beim vierten deutschen Interessenten Berlin ist ein Referendum nicht vorgesehen. Die Konzepte können bis Anfang Juni angepasst werden.

Der DOSB bewertet alle vier Kandidaten mithilfe einer komplizierten Matrix, in der neben der Zustimmung der Bevölkerung weitere Faktoren stark gewichtet werden, unter anderem die internationale Strahlkraft. Die Entscheidung über den deutschen Bewerber fällt somit in einem komplexen Prozess, bei dem das Bürger-Votum aus NRW nun ein bedeutendes Signal gesetzt hat.

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