Doppel-Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfarth wird am 1. Mai 2026 70 Jahre alt. Im großen Geburtstags-Interview spricht sie schonungslos über den deutschen Sport, westdeutsche Arroganz und ihre persönlichen Erfahrungen.
Kritik an westdeutscher Arroganz
Die Hochspringerin, die 1972 mit 16 Jahren in München Olympia-Gold gewann, rechnet mit der Überheblichkeit westdeutscher Funktionäre gegenüber Sportlern aus der DDR ab. „Man hat uns nach der Wende oft das Gefühl gegeben, wir seien die Besseren“, sagt sie. „Dabei hatten die Ost-Sportler unter schwierigeren Bedingungen ähnliche Leistungen erbracht.“
Schwere Vorwürfe gegen Verbandschef
Besonders deutlich wird Nasse-Meyfarth, wenn sie über den Präsidenten des Weltleichtathletikverbandes spricht. „Ich lasse mich nicht von einem Dreckschwein ehren“, zitiert sie das Interview. Sie berichtet von einem Drohanruf, der sie erreicht habe, und kritisiert die Art, wie der Verband mit Athleten umgehe.
Desolater Zustand des Spitzensports
Die zweimalige Olympiasiegerin (1972 und 1984) sieht den deutschen Spitzensport in einer Krise. „Die Situation ist desolat“, erklärt sie. „Es fehlt an Nachwuchsförderung, an Geld und an einer klaren Strategie.“ Auch die neue Olympia-Bewerbung Deutschlands bezeichnet sie als „groben Unsinn“. „Man sollte zuerst die Hausaufgaben im eigenen Land machen, bevor man sich um Spiele bewirbt.“
Erinnerungen an Olympia 1972
Zurückblickend auf ihre eigene Karriere sagt sie: „Mit 16 Jahren war ich noch ein Kind, das einfach nur Spaß am Springen hatte. Dass ich Olympiasiegerin wurde, war ein Märchen.“ Heute beobachte sie die Entwicklung des Sports mit Sorge. „Die Kommerzialisierung hat vieles kaputt gemacht.“
Das vollständige Interview mit Ulrike Nasse-Meyfarth lesen Sie bei BILDplus.



