NRW übertrumpft München: Olympia-Zustimmung in Rhein-Ruhr noch höher als in Bayern
NRW übertrumpft München bei Olympia-Zustimmung

NRW übertrumpft München: Olympia-Zustimmung in Rhein-Ruhr noch höher als in Bayern

Im Herbst feierte das Münchner Rathaus ein klares Votum für Olympische Spiele, doch nun zeigt sich: In Nordrhein-Westfalen fiel die Zustimmung sogar noch deutlicher aus. Bei Bürgerentscheiden in 17 Städten NRWs sprachen sich durchschnittlich 66 Prozent für eine Bewerbung aus, wobei Städte wie Aachen, Gelsenkirchen oder Wuppertal sogar Werte über 70 Prozent erreichten. In Köln, dem geplanten Zentrum der Spiele in NRW, lag die Zustimmung bei 57 Prozent – dennoch ein starkes Signal für die Region Rhein-Ruhr.

Selbstbewusstsein und Wettbewerb zwischen den Bewerbern

Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD), ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes, reagiert gelassen auf das Münchner Ergebnis. "Jeder will für seine Stadt das Beste", sagt er und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: "Wir müssen uns mit unserem Karneval nicht hinter eurem Oktoberfest verstecken." Doch hinter dem Spaß verbirgt sich Ernst: Burmester betont, dass NRW mit der Beteiligung von vier Millionen Menschen und 1,4 Millionen abgegebenen Stimmen bereits jetzt punkten kann. In München nahmen dagegen nur rund 460.000 Menschen teil.

Stärken der Rhein-Ruhr-Region im Vergleich zu München

Laut Burmester geht es nicht nur um hohe Zustimmungsraten, sondern um das beste Konzept. Hier sieht er klare Vorteile für NRW: "Dadurch, dass wir in NRW die größten Sportstätten nutzen, können wir über 14 Millionen Tickets verkaufen. Das ist die größte Anzahl an Tickets ever", erklärt er. Zum Vergleich: In Paris wurden weniger als neun Millionen Tickets verkauft, und selbst Los Angeles erreicht nicht solche Zahlen. München muss dagegen mehr temporäre Stadien bauen oder bestehende Anlagen sanieren, wie das Dantebad oder den Sportpark in Unterhaching.

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In NRW stehen bereits große Arenen in Köln, Düsseldorf und Dortmund zur Verfügung, die Platz für Zehntausende Zuschauer bieten. Einzig ein Leichtathletik-Stadion fehlt noch – es soll im Kölner Norden gebaut und nach den Spielen in einen Park mit Wohnungen, Büros und sozialen Einrichtungen umgewandelt werden. Ein Olympia-Schwimmbecken ist dagegen in der Fußball-Arena in Gelsenkirchen geplant.

Münchens Reaktion und nächste Schritte

Der künftige Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) zeigt sich respektvoll gegenüber dem NRW-Ergebnis und nennt es "ein starkes Signal für Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland". Auch Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) betont, dass München weiterhin "sehr gute Chancen" habe, dank erstklassiger Infrastruktur und Erfahrung mit Sportgroßveranstaltungen.

Bis zum 4. Juni muss München die finale Bewerbung einreichen. Krause kündigt an, sportfachliche Präzisierungen vorzunehmen und Leitfragen des DOSB zu beantworten, etwa zu Transportzeiten oder Ticketverkäufen. Das Sportreferat will zudem das Sportstättenkonzept vertiefen und Stadtentwicklungsthemen stärker berücksichtigen. Am 20. Mai soll der Stadtrat über das Bewerbungskonzept beraten, bevor im September die Entscheidung des DOSB fällt.

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